topimage
Sozialdemokratische ÄrztInnen
Banner Header
Aktuelle Ausgabe
Rettet das AKH!

Im Visier: Sparpläne | Einsparungen: Rettet das AKH!

Universität aktuell

Es muss gespart werden. Das ist hinlänglich bekannt und wurde hier auch wiederholt von mir festgehalten. Doch was das größte Krankenhaus und die prestigeträchtigste Medizinische Universität des Landes betrifft, kann nicht oft genug über die Folgen berichtet werden. Denn sollte tatsächlich umgesetzt werden, was derzeit geplant ist, können wir unsere Leistungen nicht mehr aufrecht erhalten und vor allem der Dienst am Patienten wird Schaden nehmen.

Warum Einsparungen? Medizinische Spitzenleistungen beruhen auf  optimalen Forschungs- und Lehrbedingungen und allumfassenden Leistungen am Patienten - und das braucht entsprechende personelle Ressourcen und kostet somit gutes Geld. Das UNI-Budget soll bis 2016 eingefroren bleiben, es wird also auch die Inflation seitens des Wissenschaftsministeriums nicht mehr abgegolten, was bei steigenden Personalkosten zu finanziellen Engpässen führt. Der größte Kostenfaktor bleibt aber das Personal, und hier soll massiv weiter eingespart werden.

>>Wir können unsere Leistungen unter diesen Umständen nicht aufrecht erhalten.<<

Leistungen kürzen? Neben der Streichung von 180 Planstellen sollen ab ersten Jänner 2012 auch 20 bis 25 Journaldiensträder (JD) im AKH eingespart werden. Zur Erinnerung: Bei Besiedelung des Hauses wurde der errechnete Bedarf von 230 JD gedeckt, heute stehen wir bei 172 JD, eine weitere Reduktion hätte massive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Hauses. Schließlich müssen auch nachts in jedem Fach Station, OP-Bereich und die allgemeine Notfall-Aufnahme bedient werden. Mit zwei statt drei Diensthabenden auf manchen Abteilungen ist das wohl kaum mehr möglich.
OP oder Notaufnahme? Ähnlich prekär ist die Situation jetzt bereits im Pflegebereich. Zwei Nachtdiensthabende für 24 und mehr PatientInnen, davon ein Drittel frisch operiert, sind auf vielen Stationen Regel, nicht Ausnahme. Müssen sich künftig auch ÄrztInnen entscheiden, ob sie nun einen Notfall versorgen oder doch vorher - möglichst ohne Assistenz -  akut operieren, weil der Kollege/die Kollegin auf der Station gebraucht wird, verschärft sich die Situation weiter. Das AKH und die MUW leistungsmäßig derart herunterzufahren ist in meinen Augen grob fahrlässig. Man gefährdet sowohl die PatientInnen wie auch die diensthabenden ÄrztInnen, die bereits jetzt zu einem hohen Prozentsatz am Burnout entlang schrammen beziehungsweise schon mitten drin sind, wie unsere Covergeschichte beweist.

>>Der Verein "Rettet das AKH" soll alle ins Boot holen, denen unser Spital ein Anliegen ist.<<

Die Personalvertretung will nicht tatenlos dabei zuschauen, wie die Bundespolitik MUW und AKH finanziell so beispiellos in die Enge treibt. Deshalb bereiten wir Protestmaßnahmen vor, die von Betriebsversammlungen über mediale Großoffensiven bis hin zur Gründung des Vereins "Rettet das AKH" reichen. Es sind alle Interessierten eingeladen, dabei zu sein. Nähere Informationen erhalten Sie gerne von mir unter thomas.szekeres@meduniwien.ac.at .

Logo: SPÖ
www.oegbverlag.at
Bund sozialdemokratischer Akademiker/innen, Intellektueller und Künstler/innen