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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe

Ein Blick zurück XIV | Rege Vereinstätigkeit - Themenführung in der Gesundheitspolitik

BSA intern

Es herrscht Aufbruchsstimmung. Sowohl der BSA als Dachverband als auch die Sozialistische Ärztevereinigung sind eng ins politische Geschehen eingebunden und bilden ein wichtiges Gegengewicht zu den kaderbildenden Verbindungen der zweiten großen politischen Partei.

1978: Sehr bedeutsam, auch für die Ärzteschaft, ist das am 20. Mai beschlossene Parteiprogramm der SPÖ, in dem die Gesundheitspolitik besondere Beachtung findet. Demnach wollen die Sozialdemokraten "gesellschaftliche Verhältnisse schaffen, die jedem Menschen Gesundheit und körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden erreichbar machen". Nach einem alle Fachsparten umfassenden Gesundheitsplan, der die lückenlose gesundheitliche Betreuung der gesamten Bevölkerung vorsieht, sollen praktische ÄrztInnen eine zentrale Funktion einnehmen. Die Würde und der Wert der Arbeit des Menschen sollen sichergestellt und das Recht auf Arbeit gewährleist sein.
Auch auf Landesebene ist man bemüht, dem Gesundheitswesen einen höheren Stellenwert zu geben. So gründet Stadtrat Alois Stacher im Mai einen "medizinisch-wissenschaftlichen Fonds des Bürgermeisters der Bundeshauptstadt Wien". Durch diesen gemeinnützigen Fonds wird die wissenschaftliche Forschungstätigkeit von Wiener ÄrztInnen finanziell unterstützt.
Am 6. April wählen alle ÄrztInnen der Wiener Krankenanstalten und Pflegeheime  ihre Gewerkschaftsvertreter. Die Sozialistischen ÄrztInnen, mit den SpitzenkandidatInnen  Rudolf  Eberl und Helmuth Denk, erhalten 33.9 Prozent (1974 40,1 Prozent), der ÖAAB 39,3 Prozent (1974 32,7 Prozent) und das Ärztekomitee Dr. Daume 26,8 Prozent(1974 27,2 Prozent) der abgegebenen Stimmen.
Der Gesellschaftsabend des BSA im Palais Auersperg am 18. Februar 1978 ist ein festliches Zusammenkommen von Freunden und Bekannten. Am 21./22. Oktober  findet das fünfte Treffen in Gresten statt. Es referieren Egon Matzner, Alois Stacher, Hans Tönies, Kurt Steyrer und Ermar Junker. Innsbruck ist Ort des BSA-Bundestreffens 1978.
Bei den Monatsversammlungen der Sozialistischen ÄrztInnen referieren Günther Nenning, Rudolf Wurzer, Alfred Gisel, Brig. Gen. Karl Schrems, Alois Reitbauer, Redakteur Manfred Scheuch und Dipl. Ing. Walter Binner. Alois Stacher ist Referent bei der Jahreshauptversammlung am 10. Mai. Der Arbeitskreis "Sozialistische SpitalsärztInnen" führt fünf Diskussionsabende durch.
Bei der Generalversammlung der Arbeitsgruppe der Angehörigen der gehobenen medizinisch-technischen Dienste am 26. April wird Friederike Maier  neuerlich zur Vorsitzenden und Elfriede Hofbauer zur Stellvertreterin gewählt.   
1979: Der Veranstaltungskalender des Jahres 1979  weist 25 Vortragsabende und über 40 vereinsinterne Zusammenkünfte aus. Der Arbeitskreis für Fortbildung der Sozialistischen Ärztevereinigung veranstaltet am 20. Jänner eine Matinee mit dem Thema Hausarzt ohne Hausbesuch?. Es soll ein Weg gefunden werden, auch zu den Ordinationszeiten in dringlichen Fällen Hausbesuche zu ermöglichen, um die Rettung zu entlasten. Die Ärztekammer sieht darin aber einen Angriff auf die niedergelassene Ärzteschaft. Es kommt zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen dem Ärztekammer-Präsidenten Neugebauer, und Stadtrat Stacher. Man beschließt schließlich versuchsweise einen Notfall-Visiten-Dienst einzurichten, den Stadtrat Stacher schon früher vorgeschlagen hat.
Am 9. Juni veranstalten die sozialdemokratischen SpitalsärztInnen ein Wochenendseminar im Hanuschkrankenhaus, bei dem namhafte ReferentInnen, wie St. Rudas, A. Stacher, R. Pöder, A. Schröck und E. Pittermann, über Probleme im Krankenhaus und zu Gewerkschaftsfragen referieren und diskutieren. Bei der Jahreshauptversammlung am 27. Juni spricht Stacher zum Thema Humanität im Krankenhaus. Beim sehr gut besuchten sechsten Herbsttreffen der Sozialistischen Ärztevereinigung Österreichs am 15./16. September referieren Kurt Steyrer, BMin Ingrid Leodolter und Hans Strotzka. Zu den regelmäßigen Monatsversammlungen können weiters Gieselher Guttmann, Ernst Mayer, Franz Zeidler, Rudolf Mader, Heinz Sichrovsky, Heinz Fischer und Barbara Rudas als Vortragende gewonnen werden.
Die Gewerkschaftswahlen der Wiener Gemeindespitäler am 28. November bringen dem Österreichischen Ärztekomitee mit 52 Prozent der abgegebenen Stimmen die absolute Mehrheit, die Sozialistischen ÄrztInnen können mit ihren Spitzenkandidaten Alexander Schröck, Peter Proszowski und Judith Jaksch ihren Stimmenanteil auf 31 Prozent erhöhen. Bei der Hochschülerschaftswahl 1979 wählen fast 20 Prozent die Liste der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer MedizinstudentInnen (ASM).   
Am 31. Dezember sind in Wien 851 ÄrztInnen, 65 diplomierte SozialarbeiterInnen, 49 Angehörige der gehobenen medizinisch-technischen Dienste, 28 MedizinstudentInnen und 41 DentistInnen Mitglieder der Sozialistischen Ärztevereinigung. Die Fachgruppe der DentistInnen wird allerdings noch im Jahr 1979 aufgelöst.

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