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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe

Ein Blick zurück XIII. Folge | Drei Dezennien BSA

BSA intern

Die Gewerkschaftswahlen 1976 der Wiener Gemeindespitäler brachten den Sozialistischen Ärzten unter dem Spitzenkandidaten Alexander Schröck mit 27,98 Prozent einen schönen Erfolg. Der Aufbau der Arbeitsgruppen diplomierte SozialarbeiterInnen, gehobene medizinisch-technische Dienste und sozialistische MedizinstudentInnen machte mit insgesamt 143 mitgliedern gute Fortschritte.

Monatsversammlungen 1976. Es konnten Alois Stacher, Hans Strotzka, Kurt Steyrer, Josef Schneeweiss, Alois Dragaschnig und Walter Binner als Vortragende gewonnen werden. Insgesamt fanden 28 Veranstaltungen statt. Bei der dritten Herbsttagung in Gresten referierten Bundesministerin Ingrid Leodolter, der Abgeordnete Kurt Steyrer und Stadtrat Alois Stacher über die 32. ASVG-Novelle, über Maßnahmen zur Reduzierung der Säuglingssterblichkeit und über die Gesundheitspolitik im neuen Parteiprogramm. Die Referentin der Jahreshauptversammlung war BMin Hertha Firnberg. Über Initiative des amtsführenden Stadtrates für Gesundheit und Soziales Alois Stacher wurden an den Wiener Gemeindespitälern postpromotielle Lehrpraxen für angehende AllgemeinmedizinerInnen geschaffen.

Dreißig Jahre BSA 1976. Prominente sozialistische PolitikerInnen würdigten durch aktuelle Beiträge in der Zeitschrift "Der Sozialistische Akademiker". Leopold Gratz lieferte als Präsident einen eindrucksvollen Leistungsbericht über diesen Zeitabschnitt.
Am 25. März 1977 starb Fritz Daume im 52. Lebensjahr. Er war von 1962 bis l977 Präsident der Ärztekammer für Wien und von 1969 bis 1974 Präsident der Österreichischen Ärztekammer. Sein politischer Weggefährte und ebenfalls Funktionär des Österreichischen Ärztekomitees Hermann Neugebauer wurde bereits am 24. Februar 1977 von der  Vollversammlung zum neuen Wiener Ärztekammer-Präsidenten gewählt. Um seine Position zu stärken, forderte er vorgezogene Neuwahlen und die Gründung einer einheitlichen Wahlgemeinschaft aller Ärztefraktionen. Mit diesem Wahlbündnis sollte die Geschlossenheit der Ärzteschaft gegenüber den Verhandlungspartnern, rote Regierung, rote Stadtverwaltung und Krankenkassen, demonstriert werden.
                                                                                           
Ärztekammerwahlen am 4. Juni 1977. Es gab folglich nur zwei Listen, die "Parteiunabhängige Wahlgemeinschaft Wiener ÄrztInnen", der das "Österreichische Ärztekomitee - Dr. F. Daume", die "Arbeitsgemeinschaft freier ÄrztInnen Wiens" und die "Standesliste der Wiener ZahnärztInnen" angehörten, und die "Sozialistische Ärztevereinigung Österreichs" als Liste 2, die unabhängig und allein den Wahlkampf führte. Mit fast 14 Prozent der abgegebenen Stimmen konnte sie acht Mandate in der Vollversammlung erringen.  Die von Neugebauer angeführte Einheitsliste  erhielt 86 Prozent der Wählerstimmen und 52 Mandate. Die Wahlbeteiligung betrug 75 Prozent.

                                                     
Parteiprogramm 1978. Es  wurde ein eigener Arbeitskreis der ÄrztInnen gegründet. Viele Mitglieder nahmen  mit großem Interesse daran teil.  Eine Stellungnahme mit einer Neuformulierung des alten Textes wurde sowohl an BMin  Leodolter als auch an BMin Firnberg weitergeleitet.  Im gesamten BSA wurden ebenfalls fachspezifische Arbeitsgruppen gebildet, die einen umfassenden Diskussionsentwurf zum Parteiprogramm erarbeiteten. Es wurde allen Mitgliedern die Möglichkeit zu einer Stellungnahme gegeben.
                                               
Protestversammlung am 26.10.1977. Die Ärztinnen und Ärzte lehnten sich gegen den Entwurf des zweiten Abgabenänderungsgesetzes auf, der die steuerliche Nichtabsetzbarkeit des für den Beruf notwendigen Autos vorsah. Unter der Führung von R. Eberl  erhielt die Sozialistische Fraktion bei den Personalvertretungswahlen 1977 (Primar- und Anstaltsärzte) 33,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Bei den im gleichen Jahr abgehaltenen Spitalsärztewahlen erreichten die sozialistischen KandidatInnen 31 Prozent.

1977 bis 1983. Alois Stacher war stellvertretender Vorsitzender der Sozialistischen Ärztevereinigung Österreichs. Leider mussten wir im Jahre 1977 von verdienstvollen Funktionären für immer Abschied nehmen:
Friedrich Beigel verstarb am 15.2.1977 in Wien. Er war ab 1951 Vorstandsmitglied und in den Jahren 1958 bis 1959 Vorsitzender der Vereinigung Sozialistischer ÄrztInnen. In zahlreichen wichtigen  Funktionen wirkte er in der Wiener Ärztekammer und als Bezirksärztevertreter. Seine Ordinationstätigkeit im dritten Bezirk beendete er erst im 86. Lebensjahr. Er kam am 1.12.1900 in Wien zur Welt. 
Karl Thierer verstarb fast erblindet am 22.8.1977. Er wurde am 25.12.1900 in Wien geboren und promovierte 1941 in seiner Heimatstadt. Hauptberuflich  war er als Ambulatoriumsarzt der Wiener Gebietskrankenkasse tätig und setzte sich als  Gewerkschaftsvertreter  für die Interessen seiner Kolleginnen ein. Von 1948 bis 1960 war er 1. Obmannstellvertreter der Sozialistischen Ärztevereinigung. Bei den Ärztekammerwahlen kandidierte er mit einer eigenen Liste: "Facharztliste Dr. Karl Thierer".
Hans Löwe kam am 13.12. 1900 als Sohn des berühmten Dirigenten und Gründer der Wiener Symphoniker Ferdinand Löwe zur Welt und verstarb am 18.5.1977 an einem Herzinfarkt. Er war seit 1946 Mitglied und ab l950 Vorstandsmitglied der Sozialistischen Ärztevereinigung. Von 1938 bis zu seinem Tod führte er eine Lungenfacharztpraxis im achten Wiener Gemeindebezirk. Bis 1950 war er auch Chefarzt der Landesversicherungsanstalt.
Karl Busch starb plötzlich während eines Hausbesuches am Bett eines Patienten am 24.8.1977. Er wurde am 9. 4. 1919 geboren und absolvierte das Medizinstudium und die Spitalsausbildung in Wien. Er war angestellter Arzt bei der Wiener Gebietskrankenkasse, Betriebsarzt und Schularzt. Im Jahre 1955 eröffnete er eine Ordination als niedergelassener Praktischer Arzt im sechsten Wiener Gemeindebezirk. Als Vorstandsmitglied war er in vielen Funktionen ein ambitionierter Mitarbeiter der Sozialistischen Ärztevereinigung.

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