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Aktuelle Ausgabe
Personalreduktion ohne Qualitätsverlust?

Im Visier: Sparmaßnahmen an der Med Uni Wien (AKH) | Einsparungen: Personalreduktion ohne Qualitätsverlust?

Interessensvertretung

Bis Ende April dieses Jahres soll ein endgültiger Budgetplan bis 2015 seitens des Wissenschaftsministeriums festgelegt werden. Sollte sich an den Sparplänen der Regierung nichts ändern, wird die Folge eine restriktive Personalpolitik sein, die uns an die Grenzen des Machbaren stoßen lässt.

Empfindliche Reduktionen. Dem politisch verordneten Sparzwang kann - wie auch das Rektorat bestätigt - nur mit rigorosem Personalabbau Rechnung getragen werden, denn schon bei gleichbleibendem Budget wären Reduktionen notwendig. Das ärztlich-wissenschaftliche Personal am AKH muss bis 2013 um 180 Stellen reduziert werden, Dienstverhältnisse werden nicht verlängert, zugesagte Stellen nicht mehr vergeben. Das kann nicht ohne entsprechende Folgen hinsichtlich Arbeitszeit und Leistungsangebot bleiben.

>> Für Forschung und Lehre - eine der Hauptaufgaben einer Medizinischen Universität - bleibt nur noch die Freizeit übrig. <<

KAAZG in Gefahr. Das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KAAZG) kann schon jetzt nur mit Mühe aufrecht erhalten werden. Und das auch nur deshalb, weil das Ministerium im Jahr 2009 auf massiven Druck hin 150 neue Stellen genehmigt hat. Jetzt stehen wir bald wieder vor der gleichen Situation: die Belastbarkeit der Belegschaft ist nicht steigerbar, der überwiegende Teil der Arbeitszeit wird bereits für Routinearbeit aufgewendet. Die personellen Einsparungen bedeuten noch mehr Routinearbeiten für die verbliebenen Ärztinnen und Ärzte und führen  in der Folge zu noch größerem Zeitmangel. Für Forschung und Lehre - eine der Hauptaufgaben einer Medizinischen Universität - bleibt nur noch die Freizeit übrig. Und das ist wohl nicht im Sinne des Erfinders.
Sinkendes Leistungsangebot. Wenn es tatsächlich nicht gelingen sollte, das Budget entsprechend anzupassen, wird sich die Arbeitsintensität für das verbleibende ärztliche Personal so empfindlich steigern, dass Leistungsreduktionen unumgänglich werden. An der Leistungsschraube zu drehen bedeutet aber nichts anderes, als bei den Patientinnen und Patienten zu sparen, was einem der "besten Gesundheitssysteme" weltweit mit dem hohen Anspruch einer optimalen gesundheitlichen Versorgung aller wohl keineswegs gerecht würde.

>> Weniger Personal bedeutet auch weniger Leistungsangebot. <<

Es muss da gespart werden, wo Stellen frei werden oder es können bereits versprochene Stellen nicht freigegeben werden. Hier würde ich mir eine umfassendere Strukturdebatte wünschen und die politisch Verantwortlichen im Finanz- und Wissenschaftsministerium auch gern daran erinnern, dass wir das hohe Niveau des AKHs als Gesundheitseinrichtung und das hohe wissenschaftliche Niveau der Medizinischen Universität Wien nur mit entsprechenden budgetären Mitteln für die Universitäten aufrecht erhalten können.

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