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MedUni-Budget: Wollen wir die Zukunft kaputtsparen?

Im Visier: Budgetkürzungen | MedUni-Budget: Wollen wir die Zukunft kaputtsparen?

Universität aktuell

In Krisenzeiten muss gespart werden, das wissen wir alle. Bildung und Forschung sind jedoch für eine positive gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung und für die Stabilität eines Hochlohnlandes von essentieller Bedeutung. Hier müsste gerade jetzt mit Weitsicht agiert und in die Zukunft investiert werden. Das Gegenteil ist der Fall.

Massive Personalreduktionen drohen. Die aktuell vorgesehenen Budgetkürzungen würden allein an der MedUni Wien zu einem eklatanten Personalabbau führen. Laut Berechnungen des Rektorats müsste das ärztlich-wissenschaftliche Personal bis 2013 um rund 180 Stellen reduziert werden, weil sich 80 Prozent der Ausgaben auf Personalkosten belaufen. Sollte es tatsächlich zu diesem massiven Einschnitt in die Personalstruktur kommen, wäre das Arbeitszeitgesetz (KAAZG) nicht einhaltbar und damit die Sicherheit in der Patientenbetreuung als auch die Weiterentwicklung in Forschung und Lehre nicht mehr garantiert.

Zusatzinvestitionen nötig. Die Personalkosten steigen auch ohne Zutun automatisch durch die Biennalsprünge der Beamten und durch die Inflationsabgeltung für alle MitarbeiterInnen. Rektor Wolfgang Schütz müsste daher schon im kommenden Jahr mit dem Personalabbau beginnen, um das vorgeschriebene Budgetziel 2013 zu erreichen. Dabei müsste eigentlich dringend über zusätzliche Investitionen nachgedacht werden. Viele Gebäude der MedUni Wien sind in desolatem Zustand und gehören dringend renoviert. Zukunftsweisende Projekte und wissenschaftliche Aushängeschilder, wie die international sehr erfolgreiche Krebsforschung sind unmittelbar betroffen.

Forschung und Lehre. Die Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Lehre kann so nicht gehalten werden. Zumal schon jetzt ein Gutteil der ärztlichen Arbeitszeit für die Patientenbetreuung aufgebraucht wird. Mit weniger Personal wird sich das Zeitfenster für qualitativ hochwertige Forschungsarbeit und Lehre minimieren. Es werden schon jetzt große Summen an Drittmittel für Forschung und zusätzliche Mitarbeiter lukriert werden, um den Standard halten zu können. So hat die MedUni Wien 2009 bei einem Gesamtbudget von knapp 300 Millionen Euro zusätzlich 75 Millionen Euro an Drittmittel eingeworben.

Prekäre Abhängigkeiten. Wie soll das weitergehen? Wir entfernen uns von der demokratisch begründeten politischen Maxime, dass Bildung und Wissenschaft als wichtige Säulen des Staates von diesem zu finanzieren sind und begeben uns damit in prekäre Abhängigkeiten.
Bisher haben weder Demonstrationen noch eine Protestveranstaltung mit 1500 Teilnehmern zu einem politischen Einlenken geführt. Es wird also weiterhin Demonstrationen geben. Parallel dazu wird am Verhandlungstisch zwischen Ministerium und Rektorat laufend über die errechneten Konsequenzen der Einsparungen und an möglichen Lösungsvarianten gearbeitet. Lösungen sind derzeit keine in Sicht. Es ist in jedem Fall völlig kurzsichtig und unverständlich nicht in die Wettbewerbsfähigkeit zu investieren sondern die Zukunftschancen unserer Jugend kaputtzusparen.

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