topimage
Sozialdemokratische ÄrztInnen
Banner Header
Aktuelle Ausgabe
Hofrat Stefanie Herbst

Nachruf | Hofrat OMR. Dr.in Stefanie Herbst

12. August 1922 bis 25. Jänner 2010

Es hat uns eine ungewöhnliche Frau und sattelfeste Sozialdemokratin verlassen. Stefanie Herbst, praktische Ärztin, Bahnärztin, erste und bislang einzige weibliche Sanitätschefin der ÖBB, trat 1947 dem BSA bei. Sie kandidierte für die Sozialdemokratischen ÄrztInnen bei den Kammerwahlen und hat durch ihr Vorbild so manche KollegInnen zum Beitritt motiviert.

Ihr persönlicher und beruflicher Werdegang war geprägt von Kampfgeist und Entschlossenheit, während des Weltkriegs als Krankenschwester am Lazarettschiff auf der Donau, als einzige weibliche Turnusärztin in einem niederösterreichischen Spital, in ihrer ersten Ordination in Böhlerwerk/NÖ, wo sie sich ein Motorrad und später einen Kübelwagen aus Armeebeständen angeschafft hat, um den großen Bezirk versorgen zu können und um rechtzeitig zu komplizierten Geburten auf Bergbauernhöfen zu sein. 1957 verlegte sie ihre Praxis nach Wien und wurde trotz vieler Widerstände erste weibliche Bahnärztin. Ihr Engagement und Einsatz für die "kleinen Eisenbahner" brachte ihr bald Respekt und Anerkennung ein. Schließlich wurde sie zur Gewerkschaftsvertreterin der Bahnärzte gewählt. Vielen, die sich auf ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verlassen konnten, war sie "eine zweite Mutter".

Stefanie Herbst, deren Eltern bereits aus ihrem konservativen Umfeld ausgebrochen waren - ihr Vater wurde Fürsorgebeamter statt Priester -, war eine für ihre Zeit sehr selbstbewusste, zielstrebige und emanzipierte Frau mit ausgeprägtem Sinn für soziale Gerechtigkeit. Diese Eigenschaften hat sie an ihre einzige Tochter aus kurzer Ehe - Dr.in Stefanie Seel weitergegeben.
Dr.in Stefanie Herbst hat ihren Platz in unseren Gedanken und Herzen. (Red.)

Logo: SPÖ
www.oegbverlag.at
Bund sozialdemokratischer Akademiker/innen, Intellektueller und Künstler/innen