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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe
Personalvertretungswahlen: Doktorin Doris Lubec Personalvertreterin Dr.in Doris Lubec

Personalvertretungswahlen | Dr.in Doris Lubec: "Mein Ziel: Effizienz mit Augenmaß."

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Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wie Sie alle wissen, stehen im Mai 2010 Personalvertretungswahlen an. Es ist daher der Zeitpunkt gekommen, über die ablaufende Funktionsperiode Bilanz zu ziehen und die Zukunft zu beleuchten.

Abwehr von "Speed kills". Ursprünglich bin ich als Personalvertreterin der Ärzteschaft dazu angetreten, konstruktive Verhandlungen im Sinne der Kolleginnen und Kollegen zu führen. Zu meiner vom Dienstgeber mehr oder weniger erzwungenen Hauptaufgabe wurde allerdings die entschiedene Verhinderung von vorschnellen, zum Teil für die Kollegenschaft negativen, mit Sicherheit aber tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitsbedingungen ohne Zustimmung der Personalvertretung.
So konnte die vom Dienstgeber ab 1. Jänner 2009 geplante Änderung der ärztlichen Arbeitszeit - ohne Detailverhandlungen zu führen - abgewendet werden. Es ist klar, dass eine Änderung der Kernarbeitszeit nur mit einer Personalaufstockung erfolgen kann. Unser Bestreben ist es, eigene Arbeitszeitmodelle für ältere KollegInnen einzuführen, um deren Nachtdienste zu verringern (Aging-Modelle). Ebenso kam es nicht zu dem vorgesehenen generellen Verbot von Doppeldiensten am Wochenende. Vom Dienstgeber wurde auch eine Änderung der Kernarbeitszeit für PrimarärztInnen von 8 bis 16 Uhr angestrebt, der wir in dieser Form nicht zustimmen konnten.
Die flächendeckende Einführung von neuen EDV-Projekten, wie zum Beispiel das Operationsmanagement-Programm (OPERA-System), wurden auf Druck der Personalvertretung verschoben, weil diese Systeme aus unserer Sicht noch völlig unausgereift sind. Ohne Einbeziehung des Basispersonals und Evaluierung kann diesen Bestrebungen höchstens Projektstatus zuerkannt werden.

Initiativen - Erfolge. Offen sind noch die Verhandlungen darüber, ob dauerbeschäftigte FachärztInnen künftig den Titel "Oberarzt/Oberärztin" führen sollen. Ebenso in Verhandlungen befinden wir uns in der Causa Lerntage für die Prüfungen zur/zum Allgemeinmediziner/-in bzw. zum Facharzt/zur Fachärztin.
Nach langwierigen Debatten ist es uns endlich gelungen, Kolleginnen und Kollegen Endoskopie-Vorsorgeverträge mit der Wiener Gebietskrankenkasse zu ermöglichen.

Entgegen Diffamierungen. Ein neues Problem ist die zunehmende Diffamierung der KAV-ÄrztInnen in der Öffentlichkeit, sei es durch Teilinformationen aus einem unveröffentlichten Rechnungshofbericht oder durch mediale Mutmaßungen und Unterstellungen. Die Personalvertretung stellt sich entschieden gegen solche Verleumdungen. Zur Wahrung des Ansehens der SpitalsärztInnen ist meinerseits eine schriftliche Richtigstellung an den Rechnungshof ergangen. Außerdem war ich bemüht, durch Kommentare in diversen Fachmedien als auch in Form einer APA-Aussendung das Bild von KAV-ÄrztInnen in der Öffentlichkeit ins richtige Licht zu rücken.
Alles in allem war die nun endende Legislaturperiode von heftigen, aber notwendigen Widerständen seitens der Personalvertretung gegenüber dem Dienstgeber, aber auch von konstruktiven und erfolgreichen Verhandlungen geprägt. Vieles wurde erreicht, manches verhindert und jede Menge neuer Herausforderungen, denen ich mich gerne weiterhin stelle, warten auf positive Erledigung.

Ihre Doris Lubec
Vorsitzende der PGA-ÄrztInnen

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