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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe
Birgit Angel Dr.in Birgit Angel

Im Visier: Karrierestart | "Ich will mitgestalten und zum Positiven verändern."

BSA intern II

Dr.in Birgit Angel, Mitglied des BSA-Vorstands und langjährige Turnusärztevertreterin, ist seit 2. Dezember 2008 Fachreferentin für Medizin und Gesundheitsberufe im Kabinett des Bundesministers für Gesundheit Alois Stöger.

Damit ist sie eine von wenigen ärztlichen StandesvertreterInnen, die bereits in jungen Jahren unmittelbar am politischen Geschehen in Österreich mitwirken. Im Interview mit ANALYSE erzählt sie über ihren Werdegang und ihre Pläne.

Analyse (A.): Wann und warum haben Sie begonnen parallel zu Ihrer medizinischen Aus- und Fortbildung als Ärztevertreterin zu arbeiten?  
Dr.in Birgit Angel (B.A.):
Schon bald nach Beginn meiner Turnusausbildung habe ich erlebt, wie mit Kolleginnen und Kollegen umgegangen wird, die sich ihrer Rechte nicht bewusst sind. Speziell TurnusärztInnen stehen ja immer am unteren Ende der Rangordnung und brauchen VertreterInnen die sich engagiert für sie einsetzen. Es sind manchmal nur kleine Dinge, wie zum Beispiel das Ansprechen von Missständen und der offene Dialog mit Vorgesetzten und MitarbeiterInnen, die eine Veränderung und Verbesserung der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen nach sich ziehen.

A.: Wie und wann sind Sie schließlich zum BSA gestoßen?
B.A.:
Durch mein Engagement für die TurnusärztInnen bin ich nahezu zwangsläufig auf Sabine Oberhauser gestoßen oder besser sie auf mich. Sabine hat mir für meine Tätigkeit als Turnusärztevertreterin sehr viele hilfreiche Tipps gegeben und mich in allen Belangen sehr unterstützt. Da war es nur logisch, dass ich sie in ihrer Arbeit beim BSA ebenfalls unterstütze. Deshalb bin ich auch beigetreten, ohne anfangs genau zu wissen, was mich erwartet.

A.: Inwieweit hat die Mitgliedschaft bei den Sozialdemokratischen ÄrztInnen des BSA Ihre Karriereplanung beeinflusst?
B.A.:
Ich bin sehr bald auf Menschen und Meinungen gestoßen, die meinen - bis dahin doch auf TurnusärztInnen beschränkten Horizont - sehr erweitert und mein politisches, kritisches Denken geschärft haben. Für mich war schnell klar, dass ich mich intensiv engagieren muss, wenn ich tatsächlich etwas zum Positiven hin verändern bzw. mitgestalten will. So gesehen war die Mitgliedschaft beim BSA auch der Anstoß für weitere Karriereschritte, geplant war aber letztendlich nichts.

A.: Wie bringen Sie Karriere und Familie "unter einen Hut"?
B.A.:
Da habe ich großes Glück, denn ich kann mich auf meinen Lebensgefährten wirklich verlassen, er unterstützt mich in jeder Lebenslage voll und ganz. Nicht nur mit der Tatsache, dass er den Großteil der Elternkarenz unseres jüngsten Kindes übernommen hat, sondern auch mit seiner Bereitschaft immer für kontroversielle Diskussionen da zu sein. Er und unsere Kinder holen mich immer auf den Boden der Realität zurück, wenn ich zu sehr in eine "Beamten-Denkweise" verfalle oder mich im politischen Denken zu verlieren drohe. So gesehen ist mein Lebensgefährte nicht nur eine Stütze in praktischen Belangen sondern auch ein willkommenes Korrektiv für festgefahrene Denkweisen - indem er sie einfach gar nicht zulässt. Unsere Kinder hingegen holen mich ins alltägliche Leben zurück, indem sie meine absolute Präsenz erwarten, sobald ich da bin.

A.: Wie sehen Ihre Zukunftspläne in Sachen Karriere aus?
B.A.: In meiner derzeitigen Position fällt das Planen schwer, weil sich immer neue Möglichkeiten ergeben können. So sehr ich meine Arbeit an den PatientInnen vermisse, werde ich vermutlich nicht mehr ans Krankenbett zurückkehren. Meine derzeitige Aufgabe lässt mich hautnah am politischen Geschehen mitwirken, ist sehr abwechslungsreich und macht mir großen Spaß. Deshalb denke ich momentan auch nicht über eine Veränderung nach.

A.: Was würden Sie jemanden auf die Frage, warum er/sie dem BSA beitreten sollte, antworten?
B.A.:
Da brauche ich nicht lange drüber nachzudenken. Ich würde sagen: Wenn du etwas verändern willst, dann musst du dein aktives, kritisches Denken schärfen und brauchst dazu immer wieder neuen Anstoß.  Ja, und weil mitzudenken und mitzugestalten immer Sinn macht!

A.: Wir danken für das Gespräch!

Dr.in Birgit Angel, MPH
Birgit Angel wurde am 6. November 1968 in Wien geboren, wo sie im Jahr 2000 an der Medizinischen Universität Wien promovierte. 2004 folgte das Notarztdiplom und ein Jahr danach das Diplom für Manuelle Medizin. Die Approbation zur Ärztin für Allgemeinmedizin erfolgte 2006. Im Februar 2009 schloss Dr.in Angel den UNI-Lehrgang "Master of Public Health" - Prävention und Gesundheitsvorsorge ab. Von der Facharztausbildung am Institut für Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation des KFJ - SMZ Süd ist sie derzeit karenziert, denn seit 2. 12. 2008 arbeitet sie als Fachreferentin für Medizin und Gesundheitsberufe im Kabinett von Gesundheitsminister Alois Stöger.
Birgit Angel war Turnusärztevertreterin, Vorsitzende der Turnusärztekonferenz Wien und stellvertretende Vorsitzende der Sektion Turnusärzte der WrÄK. Sie war auch Mitglied der Ausbildungskommission der WrÄK und von 2007 bis 2008 Leiterin des Referats für Ärztinnen. Seit März 2006 ist sie Vorstandsmitglied des BSA, Fachgruppe Ärzte.
Dr.in Birgit Angel ist in Lebensgemeinschaft mit Mag. Georg Rücklinger, Mitarbeiter des Fonds zur wissenschaftlichen Forschung (FWF), derzeit in Karenz. Ihre beiden gemeinsamen
Kinder, Nina und Leo, sind zehn und ein Jahr alt. 

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