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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe
Dr. Doris Lubec

Im Visier: Ärztliche Arbeitszeitflexibilisierung | Unser Ziel: Nicht blockieren sondern verantwortungsvoll verhandeln.

Interessensvertretung

Am 1. Jänner 2009 ist die flächendeckende Umsetzung neuer Arbeitszeitmodelle für die MitarbeiterInnen des KAV geplant. Personalvertretung und Gewerkschafter wehren sich vehement gegen diese vorschnelle Entscheidung ohne Vorlage eines sinnvollen Gesamtpersonalkonzepts.

Fehlendes Personalkonzept
Laut Dienstgeber werden zirka 300 neue Dienstposten für ÄrztInnen benötigt. Das ist auch schon die einzige Angabe zu einem plausiblen Personalkonzept. Genaue Berechnungen wurden bisher nicht vorgelegt, deshalb ist diese Zahl kritisch zu betrachten. Verschärft wird unsere kritische Einstellung zum derzeitigen Verhandlungsstand noch dadurch, dass der Dienstgeber auch alle gegenwärtig notwendigen Personalaufstockungen ausschließlich an die noch nicht ausverhandelte Arbeitszeitflexibilisierung junktimiert.
Unsere Bedenken sind daher vielfältig: Eine sinnvolle Arbeitszeitflexibilisierung ist nur über eine entsprechende Personalaufstockung möglich. Die anderenfalls vorgesehene Verschiebung in den Nachmittag würde bedeuten, dass vormittags weniger Personal zur Verfügung steht.

Einkommenseinbußen
Wenn die Kernarbeitszeit in den Nachmittag verlagert wird, fallen auch weniger Überstunden an, was wiederum eine Einkommensreduktion bedeutet.
Durch die geplante Personalaufstockung wird es weniger Nachtdienste für die einzelnen KollegInnen geben, was ebenfalls zu empfindlichen finanziellen Einbußen führen könnte.
Die erhöhte Nachmittagspräsenz könnte vom Dienstgeber als Reduktion von Nachtdiensträdern herangezogen werden, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Ärzteschaft.

Altersgerechte Modelle
Die Arbeitszeitflexibilisierung bringt mit Sicherheit mehr Freizeit für die KollegInnen, sie werden nicht nur weniger arbeiten können, sondern müssen. Positiv werten wir auch die Ankündigung von altersgerechten Modellen mit der Möglichkeit die Nachtdienste zu reduzieren. Voraussetzung für diese Modelle wird sein müssen, dass die MitarbeiterInnen nicht zu mehr Nachtdiensten verpflichtet werden dürfen. Andererseits muss auf Abteilungsebene geklärt werden, ob nicht die Notwendigkeit einer vorübergehenden Personalaufstockung zur Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes für die jüngeren KollegInnen besteht. So ist es grundsätzlich notwendig, dass die Umsetzung der Arbeitszeitflexibilisierung nicht an den systemisierten Dienstposten sondern an den tatsächlich vorhandenen qualifizierten MitarbeiterInnen festzumachen ist.

Lösungsorientierte Verhandlungen
Wie man sieht, ist die Arbeitszeitflexibilisierung ein sehr komplexes Thema, das zudem den gravierendsten Einschnitt in die Arbeitsbedingungen der angestellten ÄrztInnen seit Jahrzehnten bedeutet. Daher müssen wir als verantwortungsvolle PersonalvertreterInnen und GewerkschafterInnen in dieser diffizilen Materie vorschnelle Pseudolösungen des Dienstgebers ablehnen. Das hat nichts mit blockieren - wie uns vorgeworfen wird - zu tun. Wir treten lediglich für Verhandlungen ohne Zeitdruck ein, um gemeinsam mit den betroffenen KollegInnen Lösungen zu finden, die sich in der Praxis bewähren können. 

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