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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe

Positionen der sozialdemokratischen ÄrztInnen Ein sozialdemokratisches Gesundheitsprogramm

BSA intern

Das größte Anliegen der Sozialdemokratischen ÄrztInnen ist die Erhaltung eines der weltbesten Gesundheitssysteme für ALLE Menschen in Österreich. Die Sicherung einer qualitativ hochwertigen Medizin für eine Bevölkerung mit steigender Lebenserwartung muss daher durch eine solidarische Finanzierung ermöglicht werden.

"Health in all Policies"

Die von konservativen Kreisen propagierte "Selbstverantwortung" für Gesundheit ist abhängig von den individuellen Möglichkeiten der Menschen. Deshalb muss Gesundheitspolitik auch Sozial-, Wohn-, Arbeitsmarkt- und Einkommenspolitik sein. Jedem Bürger muss eine gesunde Lebensweise ermöglicht werden.

Pflichtversicherung statt Versicherungspflicht

Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass die von der ÖVP propagierte "Wahlfreiheit" in Sachen Krankenversicherung die individuellen Kosten enorm erhöht: Deutsche geben 15 Prozent, Österreicher derzeit 4 Prozent  ihres Einkommens für die Krankenversicherung aus. Chronisch Kranke und alte Menschen finden überdies schwer eine Versicherung.

Selbstverwaltung erhalten

Das von WK-Präsident Leitl vorgeschlagene AMS - Modell, das eine Drittelparität der jeweiligen Regierung vorsieht, brächte im Fall einer konservativen Regierung die ArbeitnehmerInnen in eine Minderheitsposition, während wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stünden. Die SPÖ lehnt dieses Modell daher strikt ab.

Sicherstellung der aktuellen, nachhaltigen Finanzierung durch

  • eine vermehrte Steuerfinanzierung (Vermögenszuwachssteuer, Zweckbindung der Tabaksteuer, Erschließung neuer Finanzierungsquellen),
  • keine neuen Selbstbehalte, die Kranke belasten und als Finanzierungs- und/oder Steuerungsmodell ungeeignet sind,
  • eine soziale Staffelung der vorhandenen Selbstbehalte bei den Versicherten des öffentlichen Dienstes, kleinen Bauern, kleinen und mittleren Gewerbetreibendern etc.,
  • keine Leistungskürzungen und keine Rationierung von Leistungen; keine Zwei-Klassen-Medizin; keine weiteren privaten Zuzahlungen.

Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung durch

  • die Förderung der evidenzbasierten Medizin und die Erarbeitung von Richtlinien, Leitlinien und klinischen Pfaden nach EU-weiten und international anerkannten Verfahren,
  • unabhängige Einrichtungen, die entlang internationaler Standards in den Themenfeldern Qualität, Public Health, Gesundheitsökonomie, HTA (Health Technology Assessment zur Bewertung neuer medizinischer Methoden) in Österreich Grundlagenarbeit leisten.

Integrierte Versorgung - Stärkung der HausärztInnen - neue Organisationsformen

Es geht darum, kranke Menschen in ihrem Umfeld ganzheitlich zu erfassen durch:

  • eine Erweiterung und Verbindung von evidenzbasierter und qualitätsgesicherter Alternativmedizin und schulmedizinischer Behandlung,
  • die Verknüpfung mit sozialen und pflegerischen Dienstleistungen, 
  • die Optimierung der Schnittstellen zwischen den Versorgungsebenen (niedergelassene ÄrztInnen, Ambulanzen und Spitälern) und zwischen medizinischen und sozialen Diensten,
  • die Erstkonsultation des/der "Haus- oder VertrauensärztIn" außer in Notfällen oder bei fachspezifischen Problemen (ZahnärztIn, GynäkologIn),
  • die wohnortnahe Versorgung durch multiprofessionelle Organisationsformen mit erweiteten Angeboten und Öffnungszeiten.

Neuordnung der Prävention und betrieblichen Gesundheitsförderung

Prävention braucht in Österreich eine grundlegende Neukonzeption auf gesetzlicher Grundlage, die Ziele, Qualität und Zuständigkeiten für Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung regelt. Präventionsmaßnahmen müssen finanziell gedeckt sein.

Altern in Würde

Die SPÖ bekennt sich nach 18monatiger ÖVP Blockadepolitik weiterhin zu

  • einer leistbaren 24 Stunden Betreuung zu Hause,
  • zum Ausbau von Tageszentren, Kurzzeitpflege, und vor allem zu wohnortnaher geriatrischer Versorgung durch Pflegeheime und Geriatriezentren,
  • zum steigenden Stellenwert der Geriater und zur Kompetenz des multiprofessionellen Betreuungsteams,
  • zu "palliative care" durch Pflegeheime, Geriatriezentren aber auch Spitäler für chronisch Kranke und zu kontinuierlicher ärztlicher Betreuung,
  • zur Finanzierung einer umfassenden Pflege für Menschen durch steuerfinanzierte Pflegefonds.

Ausbildungsstandards und Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen

  • Das Niveau der Ausbildung aller im Gesundheitssystem Beschäftigten muss erhalten und weiter ausgebaut werden, um ein Arbeiten auf hohem Niveau garantieren zu können.
  • Wir begrüßen die fortschreitende Akademisierung der Gesundheitsberufe, treten aber auch für den Erhalt von Berufsbildern mit niederschwelligem Zugang ein.
  • Wir fordern den freien Zugang zu den Universitäten und die Optimierung der Abläufe im Studium. Die Medizinischen Universitäten sind mit entsprechenden Mitteln auszustatten.
  • Die Ausbildung der TurnusärztInnen muss effizient sein, systemerhaltende Tätigkeiten dürfen nicht den Hauptteil der Arbeit ausmachen.
  • Wir fordern die lückenlose Einhaltung des Krankenanstaltenarbeitszeitgesetzes. Langfristig ist eine Reduktion der Arbeitszeiten auf 48 Stunden pro Woche anzustreben.
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Bund sozialdemokratischer Akademiker/innen, Intellektueller und Künstler/innen