topimage
Sozialdemokratische ÄrztInnen
Banner Header
Aktuelle Ausgabe
Ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres

Im Visier: Medizinische Forschung Nicht Selbstzweck sondern wirtschaftliche Notwendigkeit!

Universität aktuell

Forschung und Entwicklung ist für Hochlohnländer wie Österreich ein wesentlicher Wirtschaftsmotor. Nur durch Innovationen und intelligente neue Produkte können wir wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben. Eine Voraussetzung dafür ist die gezielte Förderung der universitären Grundlagenforschung.

Es fehlt an Konzepten und Geld

Von der politisch angepeilten Forschungsquote (3 Prozent des BIP bis 2010) sind wir weit entfernt. Selbst die Industriellenvereinigung kritisiert den Mangel an qualifizierten Kräften. Es gibt keine ernst zu nehmende politische Strategie die benötigte Zahl von wissenschaftlichen Nachwuchskräften auszubilden bzw. nach Österreich zu bringen. Die Bedingungen an den Österreichischen Universitäten sind international nicht vergleichbar, weil schlechter, ja selbst die Zuzugsmöglichkeiten sind beschränkt. Es fehlt an bedarfsorientierter Ausbildung von Akademikern und an attraktiven Beschäftigungsmöglichkeiten an heimischen Universitäten. Der Akademikeranteil an der Österreichischen Bevölkerung ist extrem niedrig und Bestrebungen ihn zu erhöhen gibt es nicht.

Studienplätze und Ausbildungsstellen

Beispiel Medizinische Universitäten: In der Medizinischen Forschung, in der Entwicklung neuer Therapien und Geräte ist die Sicherung des Nachwuchses eines der Hauptprobleme. Die Absolventenzahlen sind so gering, dass ein Ärztemangel in einigen Fächern derzeit schon zu beobachten ist und innerhalb der nächsten Jahre die Versorgung der immer älter werdenden Bevölkerung in Gefahr ist. Das Gesundheitsministerium sollte gemeinsam mit dem für die Universitäten zuständigen Wissenschaftsministerium eine am Bedarf orientierte Anzahl von Studienplätzen und Ausbildungsstellen schaffen. Darüber hinaus wird es notwendig sein die Budgets der Universitäten entsprechend zu erhöhen, um konkurrenzfähige Einstiegsgehälter und nachvollziehbare Karriereoptionen für Jungwissenschafter zu schaffen.

Einsparungen statt gezielter Förderung

Dies ist unter einer konservativen Gesundheitsministerin Kdolsky und einem konservativen Wissenschaftsminister Hahn nicht im Ansatz gelungen. Es wird unverständlicher Weise gerade im Wissenschafts- und Universitätsbereich seit Jahren nur eingespart. Eingefrorene Budgets bedeuten einen Rückschritt, gesunkene Gehälter unter unsicheren Bedingungen erschweren das Rekrutieren und Halten qualifizierter MitarbeiterInnen.

Kompetitive Einstiegsgehälter, nachvollziehbare Karrieremodelle und eine gezielte Förderung der medizinischen Forschung aus öffentlichen Budgets wären höchst an der Zeit. Durch Versäumnisse der Vergangenheit ist dieser Bereich bereits heute gefährdet. In vielen Fächern mangelt es an Bewerbern entsprechender Qualität, da die Bedingungen an den Universitätskliniken selbst im Vergleich mit kleinen Krankenhäusern schlecht sind. Fachärzte einiger Richtungen kommen - wenn überhaupt - aus östlichen Nachbarländern.

Die Umsetzung unserer Forderungen (siehe Kasten) sind nicht Selbstzweck, sondern Grundlage und Voraussetzung für eine erfolgreiche Forschungslandschaft in Österreich und somit Grundlage für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung.

Was an Universitäten notwendig ist:

- Die Umsetzung des seit Monaten ausgehandelten UNI-Kollektivvertrags
- Nachvollziehbare leistungsorientierte Karrieremodelle
- Die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeitgrenzen
- Mehr Mitbestimmung, Hierarchie zerstört das innovative Potential
- Verstärkte Förderung selbständiger Forschung für junger ForscherInnen

Logo: SPÖ
www.oegbverlag.at
Bund sozialdemokratischer Akademiker/innen, Intellektueller und Künstler/innen