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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe

Im Visier: Arbeitszeit

Interessensvertretung

"Wer hinschaut, sieht schon Arbeitszeit-flexiblisierung!" Im Zuge der ärztlichen Gehaltsreform von 2002 wurde auch eine Flexibilisierung der Arbeitszeit verhandelt. Vereinbart wurde unter anderem eine Blockarbeitszeit von zehn Stunden und dafür nachfolgend ein freier Tag. Ebenso wurde festgeschrieben, dass jegliche Änderung der ärztlichen Arbeitszeit einer Zustimmung der Personalvertretung (PV) bedarf.

Rechtswidrige Änderungen. Ohne Einbindung der Personalvertretung gibt es also keine Änderung der Arbeitszeit. Ich betone dies deshalb, weil seitens der Dienstgeber versucht wurde, hinter dem Rücken der PV - und somit rechtswidrig - Änderungen und Verschiebungen durchzuführen. Es wird keine Zustimmung der PV zu Betriebszeitenverlängerungen geben, ohne entsprechende Aufstockung des ärztlichen Personals und ohne adäquate Berücksichtigung der Interessen der anderen im Team tätigen MitarbeiterInnen.

Vor kurzem wurde von der Abteilung für Leistungsentwicklung des Wiener KAV ein Schreiben herausgegeben, welches so deutlich die Vermeidung von Doppeldiensten betonte, dass diese in einigen Häusern sofort verboten wurden. Dies wurde von der PV selbstverständlich beeinsprucht, weil es gegen das Krankenanstaltenarbeitszeitgesetz und gültige Betriebsvereinbarungen verstößt.

Falsche Zahlen. Man fordert von uns, einer Arbeitszeitflexibilisierung zur besseren OP-Auslastung zuzustimmen. Allerdings wird seitens des Dienstgebers mit Zahlen argumentiert, die Kenner des KAV-Betriebs ungläubig zurücklassen: Es scheinen hier weder Schwerpunktkrankenhäuser, die nachweislich seit Jahren "lange Tische" führen, auf, noch Abteilungen, die Routineoperationen bis weit in den Nachmittag durchführen oder auch geplante Operationen von - an sich für Akutfälle zuständige - Dienstmannschaften bis in die Nacht hinein durchführen lassen.

Die vom Dienstgeber vorgelegten Zahlen suggerieren hingegen, dass um 13 Uhr alle Operationssäle geschlossen werden. Eine von der PV durchgeführte Ist-Standerhebung der OP-Betriebszeiten ergab eine bisherige Auslastung von 78 Prozent und nicht wie vom Dienstgeber angenommen 33 Prozent. Daher wird vielerorts eine weitere Flexibilisierung kaum mehr möglich sein. Hinschauen müsste man!

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