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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe

Arbeitspaket 7 "Ein Schritt in die richtige Richtung!"

Interessensvertretung

Nach jahrelangen Vorarbeiten durch Angehörige der Ärzteschaft und Vertreter des diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegedienstes ist mit 1.1.2008 die Rahmenleitlinie des sogenannten "Arbeitspaket 7 - gemeinsamer Tätigkeitsbereich Medizin/Pflege" (AP 7) in Kraft getreten.

Solide Basis geschaffen

In sämtlichen vom Krankenanstaltenverbund geführten Spitälern und Pflegeheimen ist somit die Arbeitsaufteilung zwischen ÄrztInnen in Ausbildung und diplomiertem Gesundheits- und Krankenpflegepersonal neu geregelt. Durch die Reduktion ausbildungsferner und nicht ärztlicher Tätigkeiten soll den TurnusärztInnen nun mehr Zeit für ausbildungsrelevante Arbeiten bleiben, um so eine höhere Ausbildungsqualität zu erreichen.
Es ist damit tatsächlich gelungen, eine solide Basis für eine gute, internationalen Standards entsprechende Ausbildung zu legen.

Spritzenerlass obsolet

Im Arbeitspaket 7 geht es vor allem um eine sinnvolle Arbeitsaufteilung zwischen diplomiertem Pflegepersonal und auszubildenden ÄrztInnen. Arbeiten aus dem sogenannten "mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich", wie Vitalzeichenkontrolle, Infusionen an- und umhängen, Katheter und Magensonden setzen, Blutabnehmen und Venflonsetzen, sollen nunmehr nach Anordnung auch vom diplomierten Pflegepersonal übernommen werden können. Der "Spritzenerlass", der die Trennung zwischen Ärzteschaft und Pflege noch unterstreicht, ist damit obsolet geworden.

Offene Fragen

Die Leitlinien zielen darauf ab, "die Qualität der medizinischen und pflegerischen Leistungen und die Formen der Zusammenarbeit der Berufsgruppen weiterzuentwickeln und festzulegen". Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch bleiben einige Fragen offen. Die vorliegenden Rahmenleitlinien lassen noch eine abteilungsspezifische Regelung zwischen Abteilungsleitung und Pflegeleitung zu.

Jede Abteilung soll bis 31.3.2008 nun jene Tätigkeiten definieren, welche in Zukunft delegierbar sein werden. Es wird sich zeigen, ob dieser Gestaltungsfreiraum eine Verbesserung der Ausbildung bringt, oder - im schlimmsten Fall - sogar eine Verschlechterung. Hier sind alle Kolleginnen und Kollegen gefordert, die Möglichkeiten des AP 7 positiv für uns TurnusärztInnen zu nutzen. Diese neue Rahmenleitlinie ist jedenfalls eine riesengroße Chance, die Turnusärzteausbildung in Wien nachhaltig zu verbessern.

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