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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe
Die Sozialdemokratische Ärztevereinigung nach 1945 OMR Dr. Karl Rom

Ein Blick zurück II | Die Sozialdemokratische Ärztevereinigung nach 1945

BSA intern

Die 1921 gegründete "Vereinigung Sozialdemokratischer Ärzte Wiens" wurde nach den Februarunruhen 1934 verboten, während ihr Obmann Josef Karl Friedjung verhaftet wurde. Über ein organisiertes illegales Wirken der sozialdemokratischen ÄrztInnen während Ständestaat und Naziherrschaft ist wenig bekannt. Es blieb zumeist bei individuellen Treffen in Kaffeehäusern. Viele KollegInnen verloren in dieser Zeit ihre Posten. Einige der jüdischen Mitglieder konnten ins Ausland flüchten, viele wurden in Konzentrationslagern ermordet. Unzählige ÄrztInnen kamen in den Kriegsjahren ums Leben.

Aber schon einige Monate nach Kriegsende trafen sich ehemalige Mitglieder der "Vereinigung Sozialdemokratischer Ärzte" mit weiteren sozialistisch gesinnten KollegInnen, um die Neugründung einer Ärzteorganisation vorzubereiten. Ab Herbst 1945 wurden regelmäßig Monatsversammlungen abgehalten. Am 27. November 1945 referierten Dr. Schnardt und Dr. Solms zu Fragen der Sozialversicherung im Parteihaus der SPÖ in der Löwelstraße.
Sozialdemokratische Ärzte.
Am 20. Jänner 1946 fand im Saal der Arbeiterkammer in der Ebendorferstraße 7 die konstituierende Generalversammlung statt, zu der Vorsitzender LAbg. Prim. Dr. Ferdinand Freund und der Sekretär Josef Pinter geladen hatten. Die von der damaligen Vereinsbehörde genehmigten Statuten halten fest, dass die auf dem Boden der sozialistischen Weltanschauung stehenden ÄrztInnen zusammengefasst und deren politische, kulturelle und wirtschaftliche Belange gewahrt werden sollen. Während dieser Sitzung wurden Karl Rom zum ersten, Otto Erlsbacher zum zweiten Vorsitzenden, Friedrich Artner zum ersten und Adelheid Wawerka zum/zur zweiten Schriftführer/in gewählt. Erster und zweiter Kassier wuden schließlich Wilhelm Baier und Friedrich Schiller. Viktor Frankl und Rudolf Rosner wurden als Beisitzer und Roland Schmiedeck, Ferdinand Freund und Ernst Großmann in die Kontrolle gewählt. Josef Pinter blieb weiterhin Sekretär der Vereinigung und erledigte die administrativen Arbeiten. Am 1. April 1946 wurde der Verein vom Wiener Magistrat genehmigt, erster Sitz des Vereins war die Löwelstraße 18/1 in Wien I.
In der Generalversammlung am 30. Mai 1948 wurde Karl Rom als Vorsitzender der Vereinigung bestätigt. Karl Thrierer und Marcell Schnardt wurden zu seinen Stellvertretern, Josef Schneeweiss und Kurt Steyrer zu Schriftführern und Rudolf Rosner und Hans Löwe zu Kassieren bestellt.
Österreichische Ärztekammer.
Die Ernennung der Funktionäre der Österreichischen Ärztekammern erfolgte über eine Parteienvereinbarung im Jahr 1946 noch nach dem deutschen Ärztegesetz. Man einigte sich auf den Facharzt Dr. Alexander Hartwich als Ärztekammerpräsident von Wien. Karl Rom wurde Vizepräsident. Im Herbst 1946 erfolgte eine Mitglieder-Webeaktion. In der Monatsversammlung vom 28. November 1946 sprach Karl Thierer über die "Überfüllung des Ärztestandes". An diesem Abend erfolgte auch eine Beschlussfassung über das Programm der Sozialistischen ÄrztInnen, deren Sekretariat sich nun in der Werderthorgasse 9, Wien I befand.
Bund Sozialistischer Akademiker.
Am 9. Mai 1946 wurde der "Bund Sozialistischer Akademiker" gegründet, der bereits 1947 seine Erweiterung zum "Bund Sozialistischer Akademiker, Intellektueller und Künstler" erfuhr. In dieser Dachorganisation waren alle sozialistischen Akademikergruppen einschließlich der ÄrztInnen vertreten. Man gliederte den BSA in Fachverbände (ÄrztInnen, JuristInnen, ...) und in Landesverbände, die auch den Bundesvorstand stellten. Erster Präsident war Alfred Migsch (1946-1947), sein Nachfolger Theodor Körner (1947-1950). Die Ärzte Karl Rom und Rudolf Rosner gehörten dem Bundesvorstand an. Im Jahr 1948 konnte das Palais in der Strudelhofgasse 10, Wien IX, als Domizil gewonnen werden. Das Vereinsorgan "Der Sozialistische Akademiker" erschien erstmalig am 1. Mai 1948. Bei den stets gut besuchten Monatsversammlungen referierten unter anderen Prof. Reuss, Marianne Pollak, Dr. Popper und Dir. Mag. Kraus. Die Vorstandswahl in der Generalversammlung vom 23. Jänner 1949 führte zu einer wesentlichen Veränderung der Funktionärsstruktur. Prim. Dr. Marcell Schnardt wurde neuer Vorsitzender der "Sozialistischen Ärztevereinigung Österreichs". Das Vereinssekretariat übersiedelte in die BSA-Zentrale in der Strudelhofgasse.

Nähere Informationen zu OMR Dr. Rom
Logo: SPÖ
www.oegbverlag.at
Bund sozialdemokratischer Akademiker/innen, Intellektueller und Künstler/innen