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Aktuelle Ausgabe
Finanzierung

Wo bleibt die Finanzierung?

Im Visier: Kollektivvertrag

Seit dem Inkrafttreten des Universitätsgesetzes 2002 gibt es an der Universität keine beamteten Dienstverhältnisse und keine Pragmatisierungen mehr. Die neuen privaten Dienstverhältnisse mit den Universitäten sind für den Dienstgeber kostspieliger. Die Gehälter sind international kaum konkurrenzfähig und Karrieremodelle sind abgeschafft.

Kollektivvertrag ohne Geld?
Die Verträge sind nun dauerhaft schlechter bezahlt, oft befristet und jederzeit kündbar. Außerdem gibt es im Gegensatz zu früher keine Vorrückungen und keinerlei Karrieremodelle mehr, obwohl selbst die Universitätsleitungen die Notwendigkeit eines Karrieremodells für die WissenschafterInnen unterstreichen. Die Folge ist eine signifikante Abnahme der Bewerbungen an den Kliniken und ein Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Universitäten.

Seitens der 2002 zuständigen Ministerin Elisabeth Gehrer wurde immer wieder auf einen Kollektivvertrag hingewiesen, der den finanziellen Mehrbedarf decken sollte. Um international halbwegs vergleichbare Bedingungen zu schaffen, verhandelt der Dachverband der Universitäten mit der GÖD (Hochschullehrergewerkschaft) seit nunmehr fast vier Jahren einen Kollektivvertrag. Allen Beteiligten und auch Ministerin Gehrer war klar, dass dieser Kollektivvertrag, der höhere Einstiegsgehälter und Karrieremodelle vorsieht, mit Mehrkosten verbunden sein wird. Die derzeitige Regierung ist jedoch nicht bereit, die benötigten Kosten zu bezahlen.

Stiefkind Hochschulpolitik.
Die Regierungsmitglieder sind neu und die Beamten gehen auf Tauchstation. Dies ist nicht nur unverständlich sondern auch kurzsichtig, weil es unweigerlich zu einem fortgesetzten Brain Drain kommt und bald eine ganze Generation von hoch begabten ÄrztInnen und WissenschafterInnen die MedUnis in Österreich meiden werden.
Deutlich zeigt sich hier der Stellenwert der Hochschulpolitik in der österreichischen Bundesregierung: Ohne Schwierigkeiten werden private Hochschulen subventioniert, während das einst gut funktionierende staatliche Hochschulsystem ausgehungert wird.
Die Perspektiven der Bundesregierung sollten über die derzeitige Legislaturperiode hinausgehen. Anderenfalls wird es langfristig zu Konsequenzen für die PatientenInnen der Universitätskliniken kommen. Wartezeiten und ein eingeschränktes Spektrum an Therapieoptionen werden die Folge sein.

Schaden verhindern.
Deshalb appellieren die ÖÄK, sowie die Betriebsräte der MedUnis an die verantwortlichen Minister Molterer und Hahn, ihren Standpunkt zu korrigieren und die Kosten für den Kollektivvertrag zu decken. Andernfalls kommt es für die Medizinischen Universitäten zu einem nicht wieder gut zu machenden Schaden mit einer schlechteren medizinischen Versorgung für die österreichische Bevölkerung und Forschungsbeschränkungen in den medizinischen Wissenschaften.

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