topimage
Sozialdemokratische ÄrztInnen
Banner Header
Aktuelle Ausgabe
Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres

Thomas Szekeres | Neuer Vizepräsident der Ärztekammer Wien

"Ich möchte die Akzeptanz in der Kollegenschaft erhöhen!"

Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres ist neuer Obmann der Kurie Angestellte ÄrztInnen und löst in dieser Funktion Frau OA Dr. Gabriele Kogelbauer als Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer ab. Analyse bat den neuen Vizepräsidenten zum Gespräch über den Wahlausgang, seine Arbeitsschwerpunkte und seine wichtigsten Ziele in der neuen Position.

Analyse (A.): Im März 2007 gab es Ärztekammerwahlen in Wien. Wie interpretieren Sie das Ergebnis?

Thomas Szekeres (S.): Es sind insgesamt zwölf verschiedene Gruppen zur Wahl angetreten. Einige davon stehen politischen Parteien nahe, andere vertreten vor allem bestimmte Gruppen, wie Hausärzte, Turnusärzte oder Spitalsärzte. Als neue wahlwerbende Gruppen haben erstmals die "Wahlärzte" sowie die "Facharzt- und Turnusärzteliste Wilhelminenspital" kandidiert. Obwohl die Vereinigung Liste Dorner mit 21 Mandaten (22,6 Prozent der Stimmen) dazu gewonnen hat, ist das Potential an Unzufriedenen nicht zu übersehen: Gruppierungen wie "Null,3" oder "Kammerlight", haben gewonnen und repräsentieren Vertreter, die Aktivitäten der Ärztekammer grundsätzlich zurückfahren möchten. Außerdem lag auch die Wahlbeteiligung mit rund 48 Prozent nicht sehr hoch.

Die Sozialdemokratischen Ärztinnen und Ärzte konnten Ihren Stimmenanteil mit 9,9 Prozent gegenüber 10,3 Prozent im Jahr 2003 halten. Es hat sich in der Folge eine sehr breite Koalition mit Präsident Dorner an der Spitze gebildet. Er wurde auch erneut zum Präsidenten der Wiener Ärztekammer gewählt.

A.: Nachdem Sie eine Stichwahl gegen Dr. Gabriele Koglbauer gewonnen haben, sind Sie neuer Kurienobmann der angestellten ÄrztInnen. Wie sehen Sie Ihre neue Aufgabe?

S.: Meine Aufgabe besteht darin, als erste Anlaufstelle die Sorgen und Probleme der KollegInnen ernst zu nehmen und entsprechende Maßnahmen zu setzen. Wir müssen uns als Ärztekammer gemeinsam mit  Personalvertretungen, Betriebsräten und  Gewerkschaft auch als Servicestelle für angestellte ÄrztInnen positionieren. Es darf einfach nicht sein, dass sich die angestellten Ärzte und ÄrztInnen, die zwei Drittel der Wiener Ärzteschaft ausmachen, nicht oder nur teilweise durch die Ärztekammer vertreten fühlen.

A.: Worauf führen Sie die eben angesprochene Skepsis unter den angestellten ÄrztInnen zurück?

S.: Da gibt es einerseits das Wohlfahrtsfonds-Problem aus der Vergangenheit, das dem Image der Wiener Ärztekammer nachhaltig schweren Schaden zugefügt hat.  Andererseits nehmen viele Kolleginnen und Kollegen die Standesverstretung nur als Behörde, die Ärzteausweise ausstellt und Facharztprüfungen abnimmt, wahr. Aber die gegenwärtige Funktionärsriege setzt sich aus sehr engagierten KollegInnen zusammen, die sich intensiv für die Interessen der Ärzteschaft einsetzen.  Mit 12.000 Mitgliedern ist die Wiener Ärzteschaft zwar eine sehr kleine Gruppe, hat aber nicht zuletzt dank des effizienten Lobbyings durch die Kammer  ein im Verhältnis weitaus höheres politisches Gewicht. Das muss den Mitgliedern auch vermittelt werden.

A.: Zurück zu Ihren Kernaufgaben: Um welche Anliegen der angestellten ÄrztInnen wollen Sie sich besonders kümmern?

S.: Vor allem junge, frisch promovierte ÄrztInnen und Ärzte fühlen sich in der Kammer oft nicht willkommen. Ihnen will ich vermitteln, dass  wir uns ihrer Probleme annehmen. Wir müssen uns darum kümmern, dass einerseits die Turnusärzte-Ausbildung optimiert wird und andererseits allgemein verbesserte Arbeitsbedingungen durch die Einhaltung des Krankenanstaltenarbeitszeitgesetzes geschaffen werden. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist uns die adäquate Entlohnung an den Krankenanstalten.  Hier sei die derzeit laufende Diskussion um die Klassegelder genauso erwähnt, wie die Hoffnung, dass der fast fertige Kollektivvertrag der Universitäten durch unsere Regierung auch finanziell gedeckt wird. Es muss uns auch gelingen, die Beiträge für den Wohlfahrtsfonds zu senken und gleichzeitig die zukünftigen Pensionen anzuheben.

A.: Kann man sich mit einem Anliegen auch direkt an Sie wenden?
S.: Der direkte Kontakt zu den ÄrztInnen und Ärzten ist mir sehr wichtig.

Selbstverständlich stehe ich persönlich als Service- und Anlaufstelle zur Verfügung und ersuche KollegInnen und Kollegen mit beruflichen Problemen und Anliegen mich jederzeit entweder per E-Mail (szekeres@aekwien.at) oder per Telefon (01/515 01-1470) zu kontaktieren. Ich bin nach telefonischer Vereinbarung auch gern zu persönlichen Gesprächen bereit.

A.: Wir danken für das Gespräch!

Logo: SPÖ
www.oegbverlag.at
Bund sozialdemokratischer Akademiker/innen, Intellektueller und Künstler/innen