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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe
Prof. Dr. Leo W. Chini

Ärztekammer Wien I

Der Wohlfahrtsfonds der ÄKW

Prof. Dr. Leo W. Chini, Sachverständiger

1. Das 3-Säulen-Konzept
Ausgehend vom 3-Säulen-Konzept für die Altersvorsorge in Österreich (gesetzliche/betriebliche/private Altersvorsorge) stellt der Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Wien die zweite Säule und damit eine wesentliche Grundlage der gesamten Altersvorsorge der ÄrztInnen dar. Basis dafür ist die verpflichtende Mitgliedschaft gemäß Ärztegesetz. Er leistet einen wesentlichen Beitrag zur Ergänzung der ersten Säule, die aufgrund der Nichtanrechnung der Studienjahre auf die Versicherungsdauer, des Wegfalls der vorzeitigen Alterspension, dem Heraufsetzen des tatsächlichen Pensionsalters und durch die sonstigen Maßnahmen der Pensionsreform für die ÄrztInnen deutlich schwächer geworden ist und vermutlich durch die demographische Entwicklung auch weiterhin schwächer werden wird.

Im Bereich der Dienstverhältnisse zu den Gebietskörperschaften entfallen in zunehmendem Ausmaß die mit einer Pragmatisierung verbundenen Ansprüche auf die Altersversorgung im Ausmaß von 80% des letzten Gehaltsbezuges. Zusätzlich bietet der Wohlfahrtsfonds sehr gut ausgestattete  Vorsorgeleistungen im Falle der Invalidität und für die Hinterbliebenen, sofern ein aktives Mitglied des Wohlfahrtsfonds verstirbt.

2. Demographie und Lebenserwartung
Die durchschnittliche Lebenserwartung der Wiener ÄrztInnen ist im Zeitraum 1997 bis 2006 auf 80,74 Lebensjahre gestiegen. Die Versorgungsdauer für den Arzt bzw. die Ärztin ist ca. 16 Jahre, für den danach Hinterbliebenen ca. 14 Jahre, somit durchschnittlich für einen Zeitraum von 30 Pensionsjahren nach ca. 35 aktiven Jahren.

3. Erfolgte Reformen
Die vor 20 Jahren bestehende Ungleichgewichtssituation wurde durch die tatkräftige Unterstützung der Wiener ÄrztInnen erfolgreich bewältigt. Neben dem Umlageverfahren, das eine Finanzierung der Pensionsleistung durch die aktiven ÄrztInnen vorsieht, gewinnt das von der demographischen Entwicklung weitgehend unabhängige Kapitaldeckungsverfahren immer mehr an Bedeutung. Ab 2007-01-01 werden bereits 15% des Grundbeitrages ins kapitalgedeckte Verfahren umgeleitet, außerdem wurden 10% des Kontostandes des Zusatzleistungskontos ins Kapitaldeckungsverfahren übertragen.

4. Mengen- und Wertstrukturen
Den ca. 10.700 beitragspfl ichtigen Mitgliedern stehen als Leistungsberechtigte gegenüber:
ca. 1.600 Altersversorgte, ca. 280 Invaliditätsversorgte, ca. 1.300 Witwen/Witwer
zusätzlich gibt es Leistungen der Waisenversorgung und der Kinderunterstützung. Die monatliche Grundpension beträgt zurzeit vor Steuern EUR 886,70 pro Monat 14 x p.a., sofern 100 Anwartschaftspunkte erworben wurden. Dazu kommt die Zusatzleistung im jährlichen Ausmaß von 7% des Kontostandes bei Pensionsantritt zum 65. Lebensjahr.

Der zur Finanzierung der Ungleichgewichtssituation verwendete, nicht pensionswirksame, Altlastbeitrag wurde mit 2007-01-01 von 20% auf 15% gesenkt, dadurch entsteht ein höherer pensionswirksamer Teil der Beiträge.

5. Perspektive
Der Wohlfahrtsfonds der Wiener Ärztekammer ist durch seine langfristige Orientierung im Beitrags-, Leistungs- und Vermögensveranlagungsbereich unter den heute vorhersehbaren Rahmenbedingungen darauf ausgerichtet, die demographischen Herausforderungen, wie steigende Lebenserwartung und steigenden Zugang, in das Pensionssystem zu bewerkstelligen. Die Voraussetzung dafür ist die fortgesetzte Bereitschaft der ÄrztInnen, ihren Beitrag zur Finanzierung ihrer persönlichen Altersvorsorge zu leisten.

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