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"Der Mittelbau ist massiv benachteiligt!"

Im Visier: UG 2002

Das Universitätsgesetz 2002 hat dem Akademischen Mittelbau an den Medizinischen Universitäten (MU) eine ganze Reihe von Verschlechterungen gebracht. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres kämpft als MitarbeiterInnenvertreter in der Ärztekammer Wien und als Betriebsrat für Verbesserungen in den Bereichen Karrierechancen, Forschung, Budgetierung, Überstundenabgeltung, Konsiliaritätigkeiten, EDM - Umsetzung und Mitspracherechte. Eine Bilanz:

Wahlmodell umgesetzt. Einiges konnte bisher verhindert, manches durchgesetzt und vieles muss weiterhin mit größter Vehemenz gefordert werden. So gibt es nun endlich ein Wahlmodell zwischen Freizeitausgleich und Auszahlung der ersten Nachtdienste im Monat. Entscheiden sich KollegInnen für die zweite Variante, so bringt ihnen das rund 3.000 Euro mehr pro Jahr. Die entsprechende Vereinbarung wurde 2002 von Ministerin Gehrer unterschrieben und 2007(!) umgesetzt. So viel zum politischen Willen...

Nebenbeschäftigungsverbot verhindert. Ein von Rektorat, Ärztekammer und Betriebsrat ausgearbeitetes Papier erlaubt den Kolleginnen und Kollegen weiterhin außer Haus zu arbeiten. So dürfen sie unter genau festgelegten Bestimmungen Konsiliartätigkeiten in Privatkrankenhäusern nachgehen.

Stechuhrlösung abgewendet. Der elektronische Dienstplanmanager ist nach wie vor ein Ärgernis, weil zeitaufwendig und bedienerunfreundlich. Die sogenannte Stechuhrlösung konnte allerdings bis dato abgewendet werden.

Vernünftiges Karrieremodell: Ein großes Zukunftsthema sind die Karrierechancen unserer KollegInnen. Es kann nicht sein, dass man nach sechs Jahren Tätigkeit an der MU neu beginnen muss. Junge Menschen müssen eine planbare Zukunft haben. Wir brauchen dringend ein durchgängiges Karrieremodell für unsere MitarbeiterInnen. Besonders Frauen erhalten bevorzugt kurzfristige Arbeitsverträge und sind damit besonders benachteiligt.

Höheres Budget. Sowohl in der Forschung wie auch im Spitalsbetrieb fehlt es an nötigen budgetären Mitteln. Ohne zusätzliches Geld wird sich weder der Anschluss an die Weltklassemedizin ausgehen, noch das Krankenanstaltenarbeitszeitgesetz (KAAZG) aufgrund Personalknappheit umsetzbar sein.

Demokratisches Universitätsgesetz.
Das UG 2002 hat autoritäre Strukturen reanimiert. Wir fordern daher eine einheitliche Faculty Universität mit einer einzigen Hochschullehrerkurie und mehr Rechten für die Mehrheit der MitarbeiterInnen und den Betriebsrat. Es kann nicht sein, dass der universitäre Mittelbau finanziell und rechtlich vollkommen ausgehungert wird! Das ist weder im Sinne motivierter MitarbeiterInnen noch im Sinne einer modernen, effizienten Universitätsstruktur.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Betriebsratsvorsitzender an der MUW

 

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