topimage
Sozialdemokratische ÄrztInnen
Banner Header
Aktuelle Ausgabe
Dr. Doris Lubec

Interessensvertretung II

"Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt"

Neubeginn: Doris Lubec folgt Sabine Oberhauser

Nach ihrem Einzug in den Nationalrat zieht sich Dr. Sabine Oberhauser aus der ÄrztInnen-Vertretung zurück und überlässt Dr. Doris Lubec ihren Tätigkeitsbereich. Die gelernte Neurologin und Psychiaterin arbeitete bisher am Geriatriezentrum Baumgarten und in ihrer Wahlarztpraxis. ANALYSE bat die neue Ärztevertreterin zum Gespräch.

Analyse (A.): Frau Dr. Lubec, was zeichnet Sie für Ihre zukünftige Funktion besonders aus?
Dr. Lubec (L.): Allem voran meine fünfjährige Tätigkeit in der Personalvertretung. Ich kenne die Sorgen und Wünsche meiner Kolleginnen und Kollegen sehr genau und weiß auch, dass es einer gewissen Hartnäckigkeit bedarf, um unsere Anliegen langfristig durchzusetzen. Ich bin zielstrebig und habe die nötige Ausdauer. Weiters bin ich kompromissbereit und grenzenlos optimistisch. Wir werden vieles von dem erreichen, was wir uns vorgenommen haben.

A.: Was sind die wichtigsten anstehenden Forderungen?
L.: Zu oberst muss die Dokumentationsflut eingedämmt werden. Es soll in Zukunft gemeinsame, EDV-gestützte Dokumentationen geben, und zwar standardisiert und effizient.
Außerdem muss es endlich einen Schulterschluss aller ärztlichen Hierarchien in der Frage der TurnusärztInnen - Ausbildung geben. Hier sind vor allem die Primarii gefordert. Es kann nicht sein, dass die Ausbildungsfrage in einen Kampf ÄrztInnen gegen Pflege ausartet.

A.: Wie zufriedenstellend sind denn die Aufstiegsmöglichkeiten in den Gemeindespitälern?
L.: Vor allem in Fächern mit hohem Personalstand haben wir das Problem, dass es sehr viele ÄrztInnen mit gleicher Qualifikation gibt, die auch gleichwertige Arbeit verrichten. Für diese Kolleginnen und Kollegen gibt es zu wenig Oberarztstellen. Wir fordern daher, dass die Stellen für alle nach zum Beispiel fünfjähriger Facharzttätigkeit geöffnet werden.

A.: Sie kommen aus dem Bereich der Geriatrie. Welche Probleme stehen hier an?
L.: Es gibt zwei brennende Punkte: Erstens muss die ärztliche 24-Stunden-Versorgung in der Geriatrie auf jeden Fall gesichert werden. Zweitens müssen viele rechtliche Fragen, die sich zum Beispiel aus der freien Arztwahl ergeben, geklärt werden. Optimal wäre die Umwidmung der Geriatriezentren in Pflegeanstalten für chronisch Kranke.

A.: Stichworte: Menschenwürdige Arbeitszeit, Pensionsregelung für Akademiker ...
L.: Zur Arbeitszeit: Mit der Einführung des KAAZG ist in der Vergangenheit einiges gelungen, aber die Situation ist für uns längst nicht zufriedenstellend. Wir sind so ziemlich die einzige Berufsgruppe, wo bereits fix Überstundenleistungen zur Personalplanung herangezogen werden. Zur Akademikerpension: Hier werden wir langen Atem und die Zusammenarbeit mit anderen Vertretungen brauchen. Aber ich stehe jetzt einmal am Anfang. Und als begeisterte Reisende halte ich mich an das Motto: "Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt."

A: Wir danken für das Gespräch!


Dr. Doris Lubec
Neurologin und Psychiaterin
freigestellte Personalvertreterin

Dr. Doris Lubec wurde 1960 in Wien geboren, besuchte bis zur Matura die Schule in Niederösterreich und promovierte an der Medizinischen Universität Wien nach einem Auslandssemester in Paris. Sie begann ihre berufliche Ausbildung in Niederösterreich, kam dann an die anästhesiologische Abteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spital, wechselte zum Wunschfach Neurologie und Psychiatrie und komplettierte diese Ausbildung am NKH Rosenhügel und im Otto-Wagner-Spital.
Als Fachärztin wechselte sie in das Geriatriezentrum Baumgarten, wo sie eine Demenzstation aufbaute. Dr. Lubec betreibt außerdem eine Wahlarztpraxis. Seit fünf Jahren engagiert sie sich intensiv in der Personalvertretung.

Doris Lubec ist Mutter zweier Söhne, geboren 1981 und 1986. Ihre Hobbys sind Tanzen, Lesen und Reisen. Was sie an ihren Mitmenschen wenig schätzt, sind Dummheit, Falschheit und Egoismus.

Logo: SPÖ
www.oegbverlag.at
Bund sozialdemokratischer Akademiker/innen, Intellektueller und Künstler/innen