topimage
Sozialdemokratische ÄrztInnen
Banner Header
Aktuelle Ausgabe
Symbolbild für die Berichterstattung
Dr. Sabine Oberhauser

Editorial

Ein Rückblick auf neun ereignisreiche Jahre

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Seit Ende Oktober des Vorjahres sitze ich nun als Abgeordnete zum Nationalrat und Gesundheitssprecherin der Sozialdemokratischen Partei Österreichs im Parlament. Eine ehrenvolle Aufgabe und große Herausforderung. Deshalb ist es auch an der Zeit, mich aus meiner bisherigen Funktion als hauptamtliche Ärztevertreterin in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten zurückzuziehen.

Im September 1998 fiel der ziemlich spontane Entschluss, mich als erste Ärztin ausschließlich der Vertretung der Interessen angestellter ÄrztInnen zu widmen. Die Vorstellung, etwas Neues zu beginnen und vielleicht mehr Zeit für die Familie zu haben, war damals sicherlich mit entscheidend für diesen doch ungewöhnlichen Schritt. Neues zu entdecken gab es vieles, was das Zeit haben betrifft, kam alles doch ein bisschen anders ...

Voller Tatendrang ging ich an die Arbeit und es galt an vielen Ecken und Enden anzusetzen. So standen neue Dienstzeitregelungen, Gehaltsverhandlungen, Abteilungsschließungen und die Verbesserung der Ausbildungsrichtlinien für TurnusärztInnen an. Unzählige Verhandlungen, Gespräche, Arbeits- und Diskussionsrunden führten zu teilweise wirklich guten Ergebnissen:
Ein Highlight meiner Zeit als Ärztevertreterin sind sicher die erfolgreichen Gehaltsverhandlungen, die eine deutliche Anhebung der Grundgehälter und damit auch mehr Geld im Krankenstand und Urlaub für alle KAV-ÄrztInnen gebracht haben.

Eine weitere große Hürde ist mit der Novellierung des KAAZG (Krankenanstaltenarbeitszeitgesetz) genommen. Es ermöglicht den ÄrztInnen eine flexiblere Dienstplanung. Und es ist gelungen durch die Neudefinierung des Wochenbeginns die Lage der Nachtdienste während der Woche individueller zu gestalten.

Auch die Verhandlungen, dass Nachtdienste nunmehr um 9:00 Uhr statt 9:40 Uhr enden, wurden in meiner Zeit erfolgreich beendet.
Durch zwei Urabstimmungen in Sachen Gehaltsverhandlungen und in Sachen Betriebsvereinbarung zum KAAZG wurden in wichtigen Entscheidungen die MitarbeiterInnen miteinbezogen.

Der in der allgemeinen Erschwerniszulage enthaltene Überstundenanteil führt dank erfolgreicher Verhandlungen doch nicht zu einer Reduktion der tatsächlich geleisteten Überstunden. Dieser Überstundenanteil wird vielmehr zur Abdeckung der täglichen "bis zu 30 Minuten dauernden Mehrarbeit zu Dienstbeginn und -ende" herangezogen.
Unter der Federführung von Univ.-Doz. Dr. Franz Sellner haben wir ein neues "Berufsbild der ÄrztInnen" entwickelt.

In manchen Bereichen, wie im Kampf für eine bessere TurnusärztInnen - Ausbildung,  bedarf es allerdings auch weiterhin einiger Hartnäckigkeit und Zähigkeit in den Verhandlungen, um passable Lösungen zu erreichen. Ich wünsche meiner Nachfolgerin  Dr. Doris Lubec auf diesem Weg das nötige Durchhaltevermögen und viel Erfolg in den anstehenden Verhandlungen. Soweit es mir möglich ist, werde ich ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ihre 

Vorsitzende der Sozialdemokratischen ÄrztInnen

Dr. Sabine Oberhauser

Logo: SPÖ
www.oegbverlag.at
Bund sozialdemokratischer Akademiker/innen, Intellektueller und Künstler/innen