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Kommentar

Gesundheit & Politik

Pflege zu Hause

Effiziente Vernetzung statt Íkonomisierung

Die Vereinigung sozialdemokratischer Angehöriger in Gesundheits- und Sozialberufen im BSA fordert im Rahmen einer Podiumsdiskussion dringend eine Versachlichung der Pflegedebatte und bietet gleichzeitig Lösungsansätze.

Pflegeversicherung

Ein sozialstaatliches Finanzierungsmodell ähnlich der Sozialversicherung soll im Solidarprinzip die Finanzierung der Pflege zu Hause sichern. Die nötigen Betreuungs- und Pflegepersonen sowie TherapeutInnen sind entweder bei Pflegeorganisationen oder beim Patienten selbst angestellt. Die Betreuung kann nach Wunsch des Pflegebedürftigen auch durch eine angehörige Person erfolgen. Auch diese wird entweder bei einer Pflegeorganisation oder beim Patienten selbst angestellt. Es müssen selbstverständlich entsprechende Qualitätsstandards für den niedergelassenen Bereich erarbeitet und regelmäßig überprüft werden. Einkommensgrenzen für Selbstbehalte in der Pflege müssen von politischer Seite definiert werden.

Betreuungsbedarf

Voraussetzung für eine gute und kostengünstige Betreuung zu Hause sind gründliche Erhebungen des Pflegebedarfs und eine ernsthafte politische Auseinandersetzung mit dem Thema. "Ganz wesentlich ist die klare Unterscheidung zwischen Pflege-, Therapie- und Betreuungsbedarf, um eine effiziente und sinnvolle Arbeit anbieten zu könnten." ist Ergotherapeutin Annemarie Karner überzeugt. "Nicht alle brauchen alles", sondern es muss differenziert werden zwischen Menschen, die altersbedingt eingeschränkt sind und Patienten mit medizinisch-pflegerischen Diagnosen. Daraus resultiert die Wahl der entsprechenden Berufsgruppen, wie diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, PflegehelferInnen, Heimhilfen, TherapeutInnen verschiedener Profession und Menschen, die bereit sind Kranke und Alte im Alltagsbereich ergänzend zu betreuen.

Information und Koordination

Die Diskutanten waren sich einig, dass die derzeitigen Angebote und Möglichkeiten an Pflege und Betreuungsmaßnahmen zu Hause von den Klienten nur schwer zu durchblicken sind. "Diese Situation der Nicht- oder Desinformation hat offenbar System." so Hauskrankenpflegerin und Rotes Kreuz Mitarbeiterin Wild. Die öffentliche Hand bzw. die Sozialversicherungen sparen dadurch allerdings kein Geld. Irgendwann landen Menschen, die über Betreuungsmöglichkeiten zu Hause und deren Finanzierung wenig bis gar nichts wissen, in öffentlichen Betreuungseinrichtungen, was nachweislich mehr Kosten verursacht. Daher müssen Patienten, die ein Krankenhaus verlassen, am besten noch vor Ort über ihre Möglichkeiten informiert werden. Weiters soll der Hausarzt als sogenannter Schnittstellenmanager ebenfalls genauestens Bescheid wissen und in der Lage sein, seine PatientInnen entsprechend aufzuklären.

Durch eine sinnvolle Vernetzung aller Beteiligten kann effizient und kostengünstig agiert werden, ohne Betreuungszeiten zu beschneiden und "entschleunigte" alte oder kranke Menschen mit gestressten und unterbezahlten PflegerInnen konfrontieren zu müssen. "Case-Management, also vernetztes Arbeiten der Professionisten unter einer fallführenden Person statt reine Verwaltung der Patienten wird derzeit erprobt aber leider noch nicht finanziert." so Karner. Der Vollständigkeit halber: Derzeit wird 1 Promille der Sozialversicherungsgelder für geriatrische Hauskrankenpflege bereitgestellt ...  (red.)

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