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Aktuelle Ausgabe
Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres

Ärztekammer Wien

Im Visier: Forschungsgelder

Ärztekammer fordert höhere Forschungsinvestitionen

Österreich hat laut Ärztekammer im Forschungsbereich massiven Nachholbedarf. Sie fordert daher von der neuen Regierung entsprechende Anpassung des österreichischen Forschungsbudgets.

Drei Prozent des BIP

Nur durch eine längst fällige Anpassung der finanziellen Mittel kann mit neuen innovativen Produkten im medizinischen Bereich auf einem internationalen, sehr kompetitiven Markt gepunktet werden. Österreich gibt heuer voraussichtlich 2,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) für die Forschung aus und ist damit noch relativ weit von der 3-Prozent-EU-Zielvorgabe entfernt. Verstärkte Investitionen der öffentlichen Hand wie Bund und Länder sind also dringend notwendig, um das vorgeschriebene Ziel möglichst bald zu erreichen. Thomas Szekeres, Forschungsreferent der Ärztekammer für Wien, weist darauf hin, dass Länder wie Schweden oder Finnland wesentlich mehr als 3 Prozent vom BIP für Forschung und Entwicklung ausgeben.

Forschungsgelder sichern

Besonders wichtig ist die entsprechende Dotierung des Wissenschaftsfonds (FWF), um vor allem die Förderung der Grundlagenforschung in Österreich zu gewährleisten. Derzeit werden laut Szekeres international begutachtete und für förderwürdig befundene wissenschaftliche Forschungsprojekte in Österreich mehrheitlich aus Geldmangel abgelehnt. Hoch begabte junge Wissenschafter gehen folglich ins Ausland und  Österreich verliert ein riesiges wissenschaftliches Innovationspotenzial - teilweise für immer.
Im medizinischen Bereich gibt es derzeit noch ein großes Potenzial an universitärer Forschung. Dieses Potenzial muss allerdings gut genützt und darf nicht aus Geldmangel behindert werden. Was in Zukunft unbedingt gesichert werden muss, ist eine internationalen Maßstäben entsprechende Bezahlung der Wissenschafter, das Bereitstellen eines passenden wissenschaftlichen Umfelds und das Bereitstellen entsprechender Mittel zur experimentellen Forschung. Das de facto Einfrieren der Universitätsbudgets während der vergangenen Jahre war jedenfalls nicht das notwendige zukunftsweisende Signal.

Forschungsagenden bündeln

Zur besseren Koordination der Forschungspolitik sollten die Forschungsförderungsagenden zukünftig in einem eigenen Ministerium gebündelt werden. Derzeit sind verschiedene Ministerien wie Wissenschaft, Wirtschaft, Verkehr mit unterschiedlichen Befugnissen und Budgets zuständig, was die Koordination massiv erschwert.

Szekeres: "In einem Land wie Österreich mit einem relativ hohen Lohnniveau stellen Ausbildung sowie Forschung und Entwicklung Kernbereiche und Voraussetzungen für eine auch in Zukunft florierende Wirtschaft dar."  Dem sollte die politische Gewichtung im Wissenschafts- und Forschungsbereich in Zukunft auch Rechnung tragen. (red.)

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