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Im Visier: Ausbildung | Turnusärzteausbildung - ein Update

ÄKW

Ob Allgemeinmediziner oder Facharztausbildung - sowohl die Anforderungen als auch die Bedingungen haben sich in den letzten Jahren für angehende Ärztinnen und Ärzte extrem verändert.

Für viele ältere Kolleginnen und Kollegen unvorstellbar: Wer heute in Wien sein Medizinstudium beendet, bekommt rasch eine Turnusausbildungsstelle in einem Spital des Krankenanstaltenverbunds. Noch vor wenigen Jahren betrug die Wartezeit noch stolze drei Jahre.

Mangelware Turnusärztinnen und -ärzte. Wartezeiten für Turnusplätze scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören. Der Grund dafür: ein eklatanter Mangel an Nachwuchsärztinnen und -ärzte. Viele Bundesländer müssen mittlerweile praktisch ganz ohne Turnusärztinnen und -ärzte auskommen. Tätigkeiten, die früher die jungen Kolleginnen und Kollegen durchgeführt haben, übernehmen dort – notgedrungen – die Schwestern. Aus der Not wird eine Tugend gemacht.

Ausland lockt mit guten Arbeitsbedingungen. Medizinstudentinnen und -studenten, die heute promovieren, haben in spätestens acht Wochen einen Turnusplatz. Und trotzdem streben viele KollegInnen gleich eine Facharztausbildung im Ausland an. Keine Infusionsrunden und weniger Bürokratie sind die Gründe.

Problem auch im KAV erkannt. Das Problem der Abwanderung junger Kolleginnen und Kollegen wurde auch vonseiten des KAV erkannt: Dr. Wilhelm Marhold, Generaldirektor des KAV, hat im vergangenen Jahr eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, in der die Pflegedirektorinnen, VertreterInnen der Turnusärztinnen und -ärzten und die Fortbildungsbeauftragten des KAV die Festlegung zur Arbeitsaufteilung im Rahmen des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereiches (GuKG § 15) neu konzipieren und ausarbeiten sollten. Ziel war es, die Tätigkeiten im gesamten KAV zu vereinheitlichen, sodass auf jeder Station in jedem Haus dieselben Arbeitsbedingungen herrschen und die Arbeitsaufteilung zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Pflege genauestens geregelt ist. Unser erklärtes Ziel: Durch vollständige Übernahme bestimmter ärztlicher Tätigkeiten durch die Pflege – wie Blutabnahme, Infusionen anhängen, Subcutanspritzen verabreichen, EKG schreiben usw. – die Qualität der Ausbildung verbessern. Die bürokratische Arbeit sollte dabei von Stationssekretärinnen und-sekretäre übernommen werden, darin waren sich alle Akteurinnen und Akteure einig. Die Arbeitsgruppe hat konstruktiv zusammengearbeitet, aktuell ist das Projekt allerdings ins Stocken geraten.

Im SMZ Ost finden derzeit Gespräche zwischen der Ärztlichen Direktion, den Turnusärzte-VertreterInnen, der Ausbildungsbeauftragten, dem Abteilungsvorstand und den VertreterInnen seines Teams statt. Hier werden Probleme und Defizite aufgezeigt, Verbesserungsmöglichkeiten zur Ausbildung diskutiert und ausgearbeitet. Man hofft, durch konstruktive Zusammenarbeit eine rasche Verbesserung für die ÄrztInnen in Ausbildung zu erreichen.

Essenziell für eine gute Ausbildung ist es aber vor allem, als Arzt oder Ärztin in Ausbildung wirklich „dazuzugehören“, also ein vollwertiges Mitglied des Teams der eigenen Abteilung zu sein und als solches auch als Teil einer Mannschaft betrachtet zu werden. Eine Kultur der Wertschätzung sollte bei der Arbeit eine Selbstverständlichkeit sein. In diesem Sinne werden wir weiterhin für eine gute Ausbildung der Jungärztinnen und -ärzte kämpfen und über unsere Fortschritte berichten!

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