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Univ.-Prof. Dr. Alois Stacher In Memoriam Univ.-Prof. Dr. Alois Stacher
(1925 - 2013)

In Memoriam Alois Stacher (1925 - 2013)

BSA intern

Wissenschaftler, Arzt, Politiker, Humanist

Alois Stacher wurde 1925 in Wien geboren, und 1943, sofort nach der Matura, zur Deutschen Wehrmacht eingezogen. 1945 wurde er schwerst verwundet und verbrachte lange Zeit im Lazarett, wo er seine spätere Frau kennen und lieben lernte. Er war überzeugt, dass er ihr sein Überleben verdankte.

Anerkannter Wissenschaftler. Erst 1947 konnte er nach Österreich zurückkehren, wo er sofort mit dem Medizinstudium begann. 1952 promovierte Stacher und begann seinen Dienst im Hanusch-Krankenhaus bei Hanns Fleischhacker. 1967 erhielt er die Venia legendi, ab 1969 leitete er das 
Ludwig-Boltzmann-Institut für Leukämieforschung und Hämatologie. 1974 wurde Stacher zum außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt, 1976 zum Vorstand der 3. Medizinischen Abteilung des Hanusch-Krankenhauses. 1988 gründete er die „Akademie für Ganzheitsmedizin“, deren Präsident er bis 2003 war. Er verfasste zahlreiche wissenschaftliche Werke, die zum großen Teil bahnbrechend für die medizinische Wissenschaft waren.

Engagierter Politiker. Vom sozialdemokratischen Politiker Alois Stacher ist vor allem seine Zeit als Amtsführender Stadtrat für Gesundheit und Soziales bzw. Gesundheits- und Spitalswesen in Wien von 1973 bis 1989 hervorzuheben. In seine Amtszeit fiel die Entwicklung zweier richtungsweisender Zielpläne für die Spitalsversorgung und Altenhilfe in Wien, der Bau zahlreicher Pensionistenwohnhäuser, der Ausbau der Sozialen Dienste, der Neubau der Rudolfsstiftung, die Errichtung des SMZOst und die Entwicklung der Wiener Psychiatriereform sowie die Gründung des Psychosozialen Dienstes, gemeinsam mit Stephan Rudas. Im Juni 2012 übernahm er noch mit einer humorvollen Rede die Patenschaft für die Generalsanierung und den Zubau des Pflegewohnhauses Donaustadt, das seinen Namen tragen wird.

Liebevoller Mensch. Der erfolgreiche Wissenschaftler und Politiker Stacher war aber auch ein empathischer Arzt und großer Humanist. Nichts konnte ihn, der alles andere als wissenschaftsfeindlich war, so aufregen,
als ein Arzt, der nicht mit dem Patienten redete, sondern nur seine Untersuchungen machte. Alois Stacher war kein Schulterklopfer, nichts war ihm so zuwider wie Anbiederung. Alois Stacher war ein weichherziger, liebevoller Mensch, der sich aber gerne zur Tarnung mit einer rauen Schale umgab. Er war ein großer Tierliebhaber und Hundefreund. Seiner Frau war er in ganz besonderer Weise verbunden. Obwohl selbst schon schwer krank, pflegte er sie zu Hause, so lange es ging, und betreute sie dann bis zu ihrem Tod im Geriatriezentrum.

Alois Stacher hat in vielen Bereichen tiefe Spuren hinterlassen, als Arzt, als Wissenschaftler, als Politiker, vor allem aber als Mensch. Diese Spuren werden noch lange nachwirken und verhindern, dass wir ihn vergessen.

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