topimage
Sozialdemokratische ÄrztInnen
Banner Header
Aktuelle Ausgabe
Leopold Gratz und Ermar Junker Leopold Gratz und Ermar Junker bei der Herbsttagung in Gresten am 18. Oktober 1986

Ein Blick zurück XVIII (1986) | Ein wichtiges Wahljahr für Österreich

BSA intern

Der Kandidat der SPÖ für die Bundespräsidentenwahl war Bundesminister Dr. Kurt Steyrer. Die Sozialistische Ärztevereinigung unterstützte mit allen Möglichkeiten seine Wahlaktivitäten, gab eine eigene Wahlnummer der Zeitschrift "Der sozialistische Arzt" heraus und leistete wertvolle Mitarbeit im Unterstützungskomitee.

Viele prominente Mediziner gaben öffentliche Unterstützungserklärungen ab. Die wichtigste Zielgruppe war die Ärzteschaft. Es gab jedoch kein erfreuliches Wahlergebnis. Im zweiten Wahlgang am 8. Juni 1986 siegte der Gegenkandidat Dr. Kurt Waldheim.

Buchpräsentation. Am 11. Juni 1986 erfolgte im Audienzsaal des Bundesministeriums für Wissenschaft und Kunst die Präsentation des Buches „Keine Führer, keine Götter, Erinnerung eines Arztes und Spanienkämpfers“ von Dr. Schneeweiß. Am Abend fand die Jahreshauptversammlung der Sozialistischen Ärztevereinigung statt, in der Dr. Steyrer zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde. BM Kreuzer sprach über „Umweltschutz - ein Gebot der Stunde“. 
  
Herbsttreffen. Am 18. Oktober kamen über 200 Teilnehmer aus allen Bundesländern zum 13. Herbsttreffen in den großen Saal des Kinderdorfes in Gresten.
Die Tagung begann mit einer feierlichen Begrüßung des Bürgermeisters von Gresten Dir. Fahrnberger und einem musikalischen Willkommensgruß der Stadtkapelle. Der Obmann des BSA Leopold Gratz, Prof. Dr. Fritsch, Dir. Prim. Dr. Todter aus St. Pölten, Generaldirektor Dr. Dragaschnig, Dr. Niernberger aus Graz, Dr. Sellner, Dr. Marhold und Dr. Junker referierten zur politischen Lage und über gesundheitspolitische Probleme. Traditionsgemäß verwöhnten die in der BSA-Siedlung von Gresten wohnenden Genossinnen die TagungsteilnehmerInnen mit Getränken, Süßigkeiten, Brötchen und Würsteln. Abends gab es ein gemütliches Beisammensein im Gasthof Hubegger. 
Am Fachvereinstag am 19. Oktober wurde über die Situation in den einzelnen Bundesländern berichtet. Der Versuch, die Zeitschrift „Der sozialistische Arzt“ bundesweit auszusenden, scheiterte damals.

Monatsversammlungen. Bildungsreferent Dr. Schneeweiß gelang es wieder hervorragende ReferentInnen für die  regelmäßig stattfindenden und stets gut besuchten Monatsversammlungen zu gewinnen: Dr. Jankowitsch, Prof. Dr. Ringel, KR DDr Westermayer, Dkfm Brooks, BM Dr. Moritz, Stadtrat Univ.-Prof. Dr. Stacher, Abg. z. NR Gabi Traxler, Dr. Aigner, Dr. Rudas und Univ.-Prof. Dr. Seidler.
Im Seminar der sozialistischen Spitalsärzte am 15. November 1986 unter der Leitung von Dr. Marhold  konnten wichtige aktuelle Probleme des Spitalsbereiches mit NR Pöder und OAR Payer besprochen werden.

Todesfälle. Am 12. Oktober 1986 starb Dr. Poddany an den Folgen eines Unfalls. Er zählte in den Nachkriegsjahren zu den prominentesten und aktivsten Funktionären der Sozialistischen Ärztevereinigung, wurde aber im Jahre 1955 wegen seiner - der Parteilinie widersprechenden - Ansichten über die Schaffung eines österreichischen Bundesheeres sowohl aus dem BSA als auch aus der Sozialistischen Partei ausgeschlossen.
Nach langer Krankheit starb am 17. November 1986 Frau Bundesminister a. D. Primaria Dr. Leodolter. Sie wurde 1971 von Bruno Kreisky in die Bundesregierung aufgenommen und baute in kurzer Frist ein arbeitsfähiges Gesundheitsministerium auf, das in der Lage war, die dringendsten gesundheitspolitischen Probleme in Angriff zu nehmen und wesentliche Neuerungen einzuführen. Sie setzte auf dem Gebiete des Gesundheitswesens Maßstäbe, deren Tragweite wir erst heute abzuschätzen in der Lage sind.

Logo: SPÖ
www.oegbverlag.at
Bund sozialdemokratischer Akademiker/innen, Intellektueller und Künstler/innen