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Turnus - Ärzteausbildung | Foto: Sergey  pix4U - Fotolia.com

Qualität statt Quantität | Im Visier: Turnus - Ärzteausbildung

ÄKW

Um eine sinnvolle, patientennahe medizinische Versorgung zu garantieren und den ambulanten Bereich der Spitäler zu entlasten, braucht es dringend eine adäquate Ausbildung künftiger AllgemeinmedizinerInnen.

Derzeit durchlaufen die jungen Kolleginnen und Kollegen einen dreijährigen Turnus fast ausschließlich in den Spitälern, wo sie neben Venen punktieren und Blutdruckmessen als günstige Schreibkräfte am Computer fungieren.

Tätigkeitsprofil umsetzten. Seit langem fordert die Ärztekammer die Umsetzung des gesetzlich vorgeschriebenen Tätigkeitsprofils. Dem entsprechend könnten viele derzeit als Routinearbeiten der TurnusärztInnen geltenden Tätigkeiten an das Pflegepersonal und an administrative Kräfte delegiert werden. Die jungen MedizinerInnen bekämen dadurch die Möglichkeit, sich intensiver mit medizinischen Inhalten zu beschäftigen. Allerdings mangelt es derzeit in den Spitälern zumeist an diplomierten Pflegekräften und StationssekretärInnen,  administrative Hilfskräfte sind ohnehin Mangelware.

Lehrpraxen verlängern. Außerdem fordert die Standesvertretung einen größeren Anteil der Ausbildungszeit in die Lehrpraxen zu verlegen, anstatt TurnusärztInnen als günstige Lückenbüßer in den Spitälern zu missbrauchen. Die jungen Kolleginnen und Kollegen sollen eine möglichst praxisnahe Lehrzeit durchlaufen, um auf ihre spätere Tätigkeit optimal vorbereitet zu sein. Allerdings will derzeit niemand die Lehrpraxis bezahlen.

Ausbildung intensivieren. Als Folge der inadäquaten Ausbildungssituation kommt es außerhalb Wiens bereits zu einem eklatanten Mangel an TurnusärztInnen. Viele Kolleginnen und Kollegen weichen ins Ausland aus, um nicht ihre wertvolle Ausbildungszeit als ärztliche Systemerhalter verbringen zu müssen.

Es gibt derzeit leider die Bestrebung, die Ausbildung der JungärztInnen zu verlängern, ohne eine verpflichtende Verbesserung vorzusehen. Man spekuliert wohl damit, die TurnusärztInnen dann länger zur Verfügung zu haben. Die Tendenz ins Ausland auszuweichen lässt sich dadurch wohl kaum eindämmen. Deshalb plädieren wir als Ärztekammer und Standesvertreter dafür, die derzeit dreijährige Ausbildung durch effizientere  Lehrzeiten in den Spitälern und die Finanzierung vermehrter Lehrpraxen zu verbessern. Es macht schließlich wenig Sinn, eine ineffiziente Ausbildung einfach zu verlängern.

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