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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe
Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres

Es braucht Aufklärung und Information

Gesundheitspolitik

Die Gesundheitsversorgung und die Krankheitsbilder bei Menschen mit Migrationshintergrund sind ein Spiegelbild der sozialen und arbeitsbezogenen Situation.

Generell nehmen Menschen migrantischer Herkunft – vor allem aus der Türkei und aus restjugoslawischen Staaten – deutlich stärker kurative als präventive Gesundheitsangebote in Anspruch. Signifikant hoch sind stationäre Aufenthalte sowie die Inanspruchnahme von AllgemeinmedizinerInnen, während FachärztInnen in geringerem Ausmaß besucht werden.

Deutlich ist dies vor allem bei ZahnärztInnen und AugenärztInnen. Hingegen werden OrthopädInnen von Menschen migrantischer Herkunft deutlich häufiger in Anspruch genommen als von ÖsterreicherInnen. AusländerInnen sind in der Regel im Beruf körperlich stärker gefordert, deshalb sind Rückenleiden und andere orthopädische Erkrankungen besonders häufig anzutreffen.
Restjugoslawinnen und Türkinnen besuchen auch deutlich weniger häufig gynäkologische Praxen, wobei sprachliche und ethische Gründe eine gewisse Rolle spielen. Dasselbe gilt für Krebsvorsorge, insbesondere Mammographieuntersuchungen. Während sich 76 Prozent der Österreicherinnen einer Mammographie unterzogen haben, sind es bei Migrantinnen nur 55 Prozent, ebenso wie lediglich 32 Prozent der 15- bis 60-Jährigen eine Krebsvorsorgeuntersuchung vornehmen lassen.
Spiegelbildlich absolvieren nur 32 Prozent der Männer türkischer oder ex-jugoslawischer Herkunft einen PSA-Test. Ähnlich gering ist die Teilnahme an Gesunden-Untersuchungen oder Darmkrebs-Frühuntersuchungen. Deutlich sind auch die Unterschiede bei der Inanspruchnahme von Impfschutz: insbesondere gegen Grippe, Tetanus, Diphterie, Polio, FSME und Hepatitis A und B.

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