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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe

Ein Blick zurück XVII (1985 - 1986) | Schwaches Wahlergebnis in Wien aber reges Vereinsleben

BSA intern

Das wichtigste standespolitische Ereignis des Jahres 1985 war die Ärztekammerwahl am 20. April. Sie brachte bei einer Wahlbeteiligung von 72,23 Prozent einen überraschenden Umschwung in der Wiener Standesvertretung.

Das Österreichische Ärztekomitee verlor je vier Mandate an die Vereinigung Österreichischer ÄrztInnen und an die Alternative Gruppe Medizin. Die der ÖVP nahestehende Vereinigung Österreichischer ÄrztInnen wurde mit einem Stimmenanteil von 31,04 Prozent  (1981: 21,09 Prozent) zur stärksten Fraktion und hatte somit Anspruch, den Präsidenten zu stellen. Der Stimmenanteil des Österreichischen Ärztekomitees reduzierte sich von 40,64 Prozent auf 28,09 Prozent. Neuer Präsident wurde Prim. Dr. Michael Neumann.

Ärztekammerwahl 1985. Die SpitzenkandidatInnen für die sozialistische Fraktion waren im Wahlkörper der FachärztInnen Dr. Junker, Frau Dr. Pittermann und Dr. Schröck. Für den Wahlkörper der Praktischen ÄrztInnen kandidierten Dr. Stastny, Dr. Schwarz  und Frau Dr. Drapalik, für den Wahlkörper der TurnusärztInnen Dr. Marhold, Dr. Kwasny und Frau Dr. Polatschek. Insgesamt standen auf den Kandidatenlisten der Sozialistischen Ärztevereinigung die Namen von 104 ÄrztInnen. 
Trotz aller Bemühungen fiel das Wahlergebnis sehr enttäuschend aus, nur 666 ÄrztInnen, also 13,10 Prozent (1981: 12,45 Prozent), wählten die sozialistische Liste. Bei den FachärztInnen und bei den Praktischen ÄrztInnen blieben die Ergebnisse im Vergleich zur letzten Wahl ziemlich unverändert. Bei den TurnusärztInnen konnte jedoch eine Zunahme der Wählerstimmen von 11,15 Prozent auf 17,45 Prozent erreicht werden. Die Sozialistische Ärztevereinigung behielt weiterhin 7 Mandate. Frau Dr. Pittermann und Dr. Marhold wurden Kammervorstandsmitglieder. Der Vollversammlung gehörten auch Dr. Junker, Dr. Schröck, Dr. Stastny, MR Dr. Schwarz und Dr. Kwasny an. Wesentlich glücklicher für den BSA verliefen die oberösterreichischen Ärztekammerwahlen am 18. April 1985. Die sozialistischen ÄrztInnen konnten unter ihrem Obmann Univ. Doz. DDr. Klingler ihren Stimmenanteil von 8,9 Prozent im Jahr 1981 auf 18 Prozent erhöhen.

Herbsttreffen 1985. Am 19. Oktober 1985 fand in Gresten das 12. Herbstreffen statt. Die Teilnehmerzahl war so hoch, dass der große Saal des Grestener Kinderdorfs nicht ausreichte, um die aus allen Bundesländern kommenden Gäste zu fassen. Den Referaten von Dr. Steyrer, Generaldirektor Dr. Pascher,  Sektionschef Dr. Frühauf und vom oberösterreichischen Landesrat Leo Habringer wurde großes Interesse entgegengebracht. Es folgte eine lebhafte Diskussion.
Am 20. Oktober 1985 fand anschließend an das Herbsttreffen die Sitzung des Fachverbandstages statt, an der Vertreter aus fast allen Bundesländern teilnahmen. Dr. Junker wurde zum Obmann, Dr. Grabherr (Salzburg), Dr. Klingler (Oberösterreich), Dr. Niernberger (Steiermark), Dr. Popper (Burgenland), Dr. Todter (Niederösterreich) und Dr. Wieser (Kärnten) wurden zu seinen Stellvertretern gewählt.

Reges Vereinsleben. Aus dem reichhaltigen Programm der Monatsversammlungen sollen die Vortragenden Dr. Berger vom Dr. Karl Renner-Institut, NR Czettel, BM Ferdinand Lacina, BK a. D. Dr. Kreisky,  BM a. D.  Lanc, Dr. Scheuch,  Frau BM Fröhlich-Sandner und BM Dr. Fischer besonders hervorgehoben werden. Bürgermeister Prof. Dr. Zilk referierte bei der Jahresversammlung am 6. November 1985 über „Die sozialistische Kommunalpolitik in Wien“. Die sozialistischen ÄrztInnen im AKH traten mit einem eigenen Veranstaltungsprogramm an die Öffentlichkeit, und die sozialistischen MedizinstudentInnen im BSA führten im Jahr 1985  12 eigene Veranstaltungen durch.
 
Studentische Neuformierung.
Auch im Jahre 1986 konnte die Arbeitsgemeinschaft sozialistischer MedizinstudentInnen im BSA unter dem Vorsitz von R. Curik zahlreiche kulturelle und politische Vortragsabende gestalten. Der Besuch des Elektropathologischen Museums, ein Vortrag über Barock in Österreich und die Referate mit den Themen „Der schwierige Weg zum Sozialismus“ von Dr. Hartl und „Wahlverhalten und Wählerstromanalyse“ von Dipl.-Ing. Gehmacher bildeten die Höhepunkte. Bei der Generalversammlung am 31.1.1986 wurde die Auflösung des Vereines beschlossen, an dessen Stelle die Initiativgemeinschaft sozialistischer MedizinerInnen unter Herwig Findenig trat. Sie übernahm den Hochschulsektor und bereitete, finanziell von den sozialistischen ÄrztInnen unterstützt, den Hochschulwahlkampf 1987 vor. Die neue sozialistische Studentengruppe erreichte an der medizinischen Fakultät einen Stimmenanteil von 30,6 Prozent.

Personalgruppenausschusswahlen. Dr. Marhold konnte mit seinen KandidatInnen am 28. und 29. April 1986 einen Stimmenanteil von 36,2 Prozent erreichen. Die sozialistische Fraktion wurde zur stärksten Gruppe. Dr. Marhold wurde zum Vorsitzenden des Personalgruppenausschusses bestellt. Die Funktion seines Stellvertreters übernahm Prof. Dr. Eberl. Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten vertrat mit Erfolg die Interessen der angestellten ÄrztInnen in den städtischen Spitälern, die Ärztekammer als Vertragspartner der Krankenkassen die der niedergelassenen KollegInnen.

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