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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe

Ein Blick zurück XVI (1983 - 1984) | Erfolgreiches Wirken der Spitalsärztinnen und -ärzte

BSA intern

Die SpitalsärztInnen wurden die aktivste Gruppe der Sozialistischen Ärztevereinigung.

Es  waren die ehemaligen Funktionäre und Mitglieder der im Jahr 1974 gegründeten und politisch sehr aktiven „Arbeitsgemeinschaft sozialistischer MedizinstudentInnen“, die  nach ihrem Studienabschluss als einsatzfreudige  Vorstandsmitglieder der Sozialistischen Ärztevereinigung wichtige Funktionen in der Wiener Ärztekammer und in der Gewerkschaft übernahmen. Bald stellten sich Erfolge ein.

Am 15. Dezember 1983 konnten die sozialistischen JungärztInnen mit dem Spitzenkandidaten Dr. W. Marhold bei den Spitalsärztewahlen in den städtischen Krankenanstalten Wiens wichtige Mandate erringen. Erfolgreich waren S. Drapalik im Wilhelminenspital, F. Sellner und O. Schwinger im Kaiser-Franz–Josef-Spital, L. Kaspar in der Rudolfstiftung und G. Freude und A. Dunky im KH Lainz.
Am 28. und 29. April 1984 veranstalteten die sozialistischen SpitalsärztInnen im ÖGB- Schulungsheim in der Hietzinger Gloriettegasse ein zweitägiges Seminar. Stadtrat Alois Stacher, der leitende Referent der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten Günter Weninger und NR Rudolf Pöder standen als Referenten zur Verfügung. In fast allen größeren städtischen Krankenanstalten fanden regelmäßig politische Versammlungen und Diskussionsabende statt. Die enge Gemeinschaft gleichgesinnter junger Ärztinnen und Ärzte bestand durch viele Jahre. Dieser Freundeskreis blieb auch im späteren Berufsleben erhalten. Besondere Bedeutung hatte auch der  gesundheitspolitische Arbeitskreis unter dem Vorsitz von Stefan Rudas. Bei den Diskussionsabenden standen allgemeine Probleme des Gesundheitswesens im Vordergrund. Am 14. Mai 1984 war die Fristenlösung ein Thema.
Am 6. Juni 1984 erfolgte während der Generalversammlung die Wiederwahl von Ermar Junker zum Vorsitzenden der Sozialistischen Ärztevereinigung Österreichs. Zu seinen StellvertreterInnen wurden Elisabeth Pittermann, Heinrich Schwarz, Rudolf Stastny und Wilhelm Marhold, zum Schriftführer Johann Scholz, zum Kassier Attila Dunky und zum Bildungsreferenten Josef Schneeweiss gewählt. Aus der weiteren langen Vorstandsliste mit vielen prominenten MedizinerInnen sollen Bundesminister Kurt Steyrer und Stadtrat Alois Stacher besonders hervorgehoben werden. Als Hauptreferent dieser Jahreshauptversammlung sprach Stadtrat Alois Stacher über das Wiener Gesundheitswesen.
Am 8. August 1984 starb OMR Dr. Josef Feiler. Er war zunächst sozialistischer Ärztefunktionär in Niederösterreich. Ab 1964 gehörte er dem Vorstand der sozialistischen ÄrztInnen Wiens an. Wegen seines unermüdlichen Wirkens in der Ärztekammer von Wien erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen.
Am 6. Oktober 1984 fand das elfte Herbsttreffen der Sozialistischen ÄrztInnen Österreichs in Gresten statt. Zu aktuellen  gesundheitspolitischen Problemen sprachen und diskutierten Gesundheitsstadtrat Alois Stacher, Direktor F. Todter, Landesrat Ernest Brezovsky und Generaldirektor Kurt Mitterstöger.
Auf den regelmäßigen Monatsversammlungen 1984 standen Referate  von  NRAbg. Sepp Rieder, von Ernst Glaser, von Alfred Rockenschaub („Zehn Jahre Fristenlösung“), von Werner Dutz  („Neues aus der amerikanischen Medizin“), von MR Erasmus Peer („Sind unsere Spitäler noch zu finanzieren?“), sowie von  Josef Hindels und von Landwirtschaftsminister Günther Haiden auf dem Programm. Auf den Veranstaltungen der sozialistischen MedizinstudentInnen sprachen G. Geyer und  Direktor Othmar Pascher. Ein Schiausflug auf den Schneeberg sorgte für Abwechslung.
Am 17. November 1984 fand der ordentliche Bundestag des BSA in Wien statt. Bei der konstituierenden Bundesvorstandssitzung wurde Harald Ogris als erster Stellvertreter des Präsidenten Leopold Gratz zum geschäftsführenden Präsidenten des BSA bestellt. Er hatte diese Funktion bis zur Ernennung von Dr. Sepp Rieder im Jahr 1990 inne und war sehr um eine moderne Gestaltung des BSA bemüht. Er konnte in dieser Zeit sehr viele Leistungen für die sozialistische Akademikerorganisation erbringen.  Im Jänner 1984 erschien erstmals die neue Zeitschrift des BSA „Akzente“ als  Nachfolgerin der seit dem Jahre 1948 sehr gut gestalteten Zeitschrift „Der sozialistische Akademiker“. Dieses sehr inhaltsreiche Informationsblatt bildete ein wichtiges Bindeglied zu den Mitgliedern. Prof. Ernst K. Herlitzka war der langjährige und sehr verdienstvolle verantwortliche Redakteur dieser Zeitschrift.

Expertise unerwünscht. Die Ansichten der sozialistischen Ärzteschaft über allgemeine gesundheitliche Fragen waren parteiintern nicht sehr gefragt. Man betrachtete sie als Verbündete der Standesvertretung mit ihren vielen Protesten gegen Vorschläge der Ministerien oder Krankenkassen. So reduzierte sich der Einfluss auf allgemeine gesundheitspolitische Fragen gegenüber der Sozialistischen Partei, den Sozialversicherungsträgern oder den Ministerien meist auf die unterstützenden Vermittlungen  der in der großen Politik verankerten ÄrztInnen, wie BM Ingrid Leodolter,  BM Kurt Steyrer oder Stadtrat Alois Stacher. Das Schwergewicht der politischen Arbeit der Sozialistischen Ärztevereinigung lag vorwiegend im Bereich der  Wiener Ärztekammer  und der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten. Wahlen in diesen Institutionen hatten daher einen hohen Stellenwert im Vereinsgeschehen und waren  markante Zielpunkte der fraktionellen Bemühungen.

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