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Neu: Referat für Schnittstellenmanagement | Szöniy-Wirtinger: Effiziente Kommunikation macht AllgemeinmedizinerInnen zu VertrauensärztInnen.

ÄKW II

AllgemeinmedizinerInnen sollen nach politischen Vorgaben und wohl auch aus ureigenem Interesse als Drehscheibe im Gesundheitssystem agieren. Sie sollen - und wollen - die ÄrztInnen des Vertrauens für ihre Patientinnen und Patienten sein, diejenigen, die dauerhaft betreuen und genau über oft jahrzehntelange Krankengeschichten Bescheid wissen. Vielfach ist dem auch so, allerdings machen sich in diesem Bereich die Kommunikationslücken innerhalb der Ärzteschaft und der Gesundheitseinrichtungen besonders bemerkbar.

Kommunikation verbessern. Deshalb habe ich als Ärztevertreterin nun die Initiative ergriffen und das Referat für Schnittstellenmanagement in der Ärztekammer Wien gegründet, dem ich als Referentin vorstehe. Unser vorrangiges Ziel ist es, die Kommunikation zwischen extra- und intramuralem Bereich aber auch die Kommunikation zwischen FachärztInnen und AllgemeinmedizinerInnen im Sinne einer effizienten und raschen Behandlungsfolge der PatientInnen zu verbessern.

Missverständnisse vermeiden. Derzeit werden Entlassungsbriefe der Spitäler von den PatientInnen persönlich weitergegeben, was häufig zu Missverständnissen führt. Viele meinen, HausärztInnen würden ohnehin elektronisch oder brieflich informiert, andere vergessen schlicht, ihre Befunde mitzubringen, was vor allem in Fällen von neurologisch-psychiatrischen und chronischen Erkrankungen problematisch sein kann. Ähnlich verhält es sich mit fachärztlichen Befundberichten aus dem niedergelassenen Bereich, die trotz dezidierter Bitte am Überweisungsschein zumeist nicht – oder nicht rechtzeitig – bei uns einlangen.

Kostenfrage klären. Unser Ziel ist es, die elektronische Weiterleitung von Entlassungsbriefen und Befundberichten an die behandelnden AllgemeinmedizinerInnen via MEDICALNET, DAME bzw. künftig über ELGA zu forcieren und die Ärzteschaft diesbezüglich zu sensibilisieren. Voraussetzung ist natürlich die elektronische Vernetzung der niedergelassenen KollegInnen, was aufgrund der ungeklärten Kostenfrage für einige ein finanzielles Problem darstellt. Die gerichtete Information an die HausärztInnen wäre jedenfalls am elektronischen Weg kein großer zeitlicher Aufwand. Allerdings mangelt es vielen FachärztInnen sicher auch an Motivation diese Befunde zu schreiben. Denn das kostet Zeit, die für PatientInnen verloren geht und überdies aufgrund der Kostendeckelung zu einem Gutteil unbezahlt bleibt.

Effizienz steigern. In Spitälern und Ambulanzen müssen die PatientInnen ihre Einverständniserklärung zur Befundweitergabe ab- und ihren/ihre weiterbehandelnde/n Arzt/Ärztin bei der Aufnahme bekanntgeben. Seitens der Ambulanzen gibt es derzeit allerdings meist überhaupt keine oder nur  über die PatientInnen mündlich (!) überbrachte Rückmeldungen an den Vertrauensarzt/die Vertrauensärztin. Die Entlassungsbriefe bzw. (vorhandene) Befundberichte könnten allerdings rasch und ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand per Mausklick an uns weitergeleitet werden.
Wir wollen unseren PatientInnen eine rasche und effiziente Folgebehandlung bieten und  größtmögliche Behandlungssicherheit garantieren, um als Schnittstelle im Gesundheitswesen vor allem auch den intramuralen Bereich entlasten zu können. Dafür braucht es aber eine lückenlose, unmissverständliche Kommunikation innerhalb der Kollegenschaft, die möglichst wenig Zeit beanspruchen soll und die nicht an ungeklärten Kostenfragen scheitern darf.

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