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Ärztekammer neu: Schlank und effizient

Im Visier: Kammerreform | Ärztekammer neu: Schlank und effizient

Ärztekammer

Die Ärztekammer Wien ist als politische Standesvertretung der gesamten Wiener Ärzteschaft unverzichtbar und leistet als solche auch wertvolle Arbeit. Dennoch ist nach Jahren der Stagnation vieles nicht so, wie es sein sollte. Um die Effizienz zu steigern und die Kollegenschaft auch finanziell zu entlasten ist eine Kammerreform unumgänglich.

Kammerumlage senken. Die Kammerumlage beträgt, nachdem sie um gerade mal zehn Prozent gesenkt worden ist, 1,9 Prozent des Bruttoeinkommens (statt 2,1 Prozent!). Das ist gelinde gesagt Makulatur, ein reiner Wahlkampfgag! Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung zahlen nur die ersten drei Jahre weniger. Wir verlangen daher zumindest, dass die Kostenreduktion auf die gesamte Ausbildungszeit, sei es im Turnus oder in der Facharztausbildung, ausgeweitet wird. Weiters verlangen wir, dass die Honorare der
Ärztekammer-FunktionärInnen  endlich zur Berechnung der Kammerumlage als auch des Wohlfahrtsfonds-Beitrags herangezogen werden müssen.

Funktionsperioden schaffen. Es gibt derzeit in der Ärztekammer keine zeitliche Limitierung für die Funktionen des Präsidenten, des Vizepräsidenten und des Finanzreferenten. Diese Quasi-Bestellung auf Lebenszeit hemmt aber unserer Ansicht nach den Reformwillen beträchtlich. Deshalb schlage ich vor, die Amtszeit künftig auf maximal zwei Wahlperioden - das sind ohnehin zehn Jahre - zu beschränken. Ich denke, es wäre auch sinnvoll und der Sache dienlich, PräsidentIn und FinanzreferentIn künftig aus verschiedenen Fraktionen und nicht - wie seit nunmehr 25 Jahren (!) - aus ein und derselben Fraktion zu stellen.

Leistungsbezogene Honorierung. Die Finanzierung der Kammer muss erschlanken und deren Effizienz gesteigert werden, wo immer es möglich ist. Dazu gehören die Reduktion der Personalkosten und die schon erwähnte Einbeziehung der Funktionärshonorare in die Bemessungsgrundlage. Es gibt in der Kammer Referate, die nicht permanent aktiv sind. Eine leistungsbezogene Honorierung der Kammerfunktionäre wäre daher durchaus angemessen. Es könnte der tatsächliche Zeitaufwand (in Stunden oder Halbtagen) abgegolten werden oder auch eine projektbezogene Honorierung zum Beispiel in Zeiten von Gehaltsverhandlungen erfolgen. Eine unbezahlte Tätigkeit halte ich nicht für sinnvoll, weil erfahrungsgemäß auch nicht effizient.

Um Geld zu sparen, um damit unsere KollegInnen finanziell zu entlasten und effizienter für die Ärzteschaft tätig sein zu können, bedarf es einiger wichtiger Neuerungen, die wir in der nächsten Wahlperiode gerne umsetzen wollen. Dafür stehe ich als Vizepräsident mit meinem Namen. Jüngste Erfolge, wie die Rücknahme der Journaldiensträder in meinem Dienstspital, dem Wiener AKH, die Durchsetzung der ELGA-Befragung und die letztlich erfolgreichen KAV-Protestmaßnahmen haben mich in der Annahme bestärkt, dass man mit konsequentem Einsatz für die Sache mit und für die Kolleginnen und Kollegen vieles erreichen und verbessern kann. Das wird uns auch mit einer Kammerreform gelingen.

Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres
Vizepräsident der Ärztekammer Wien

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