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Aktuelle Ausgabe
Flexible Arbeitszeit, aber sinnvoll.

Im Visier: Turnusärzteausbildung | TurnusärztInnen: Flexible Arbeitszeit, aber sinnvoll.

Interessensvertretung

Was ihr Tätigkeitsprofil betrifft, sind TurnusärztInnen in der Regel während ihrer Ausbildung multifunktionell. Sie werden je nach Bedarf im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen nicht nur für medizinische Routinearbeiten sondern auch für Schreibarbeiten und in der Administration eingesetzt. Bestenfalls also flexibles "Learning by Doing". Entsprechend einer aktuellen Novelle zum Ärztegesetz wird nun auch der Zeitrahmen für JungmedizinerInnen flexibler gestaltet.

Wahlfreiheit ermöglichen. Derzeit haben Turnusärzte/ärztinnen eine Kernarbeitszeit von 35 Wochenstunden, davon müssen 25 Stunden zwischen acht Uhr und dreizehn Uhr erfüllt werden. Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sind entsprechend zu berücksichtigen. Jetzt wird die Kernarbeitszeit im Sinne einer Teilzeitregelung flexibilisiert und auf Mehrschichtbetrieb umgestellt.

Grundsätzlich ist jede Flexibilisierung der Arbeitszeit während der Spitalsausbildung zu begrüßen, weil dadurch eine individuelle Anpassung an die sich ändernden Lebensumstände erleichtert wird. Was beispielsweise jungen Eltern - und nicht nur diesen - sicherlich zu Gute kommt. Denn eine Flexibilisierung der Arbeitszeit im Sinne von Teilzeitregelungen wäre ja durchaus auch für ältere KollegInnen vor der Pensionierung ein sinnvolles Arbeitszeitmodell.

Bei ÄrztInnen in Ausbildung sollte eine Teilzeitregelung jedoch nur nach eigenem Wunsch bzw. beidseitigem Einverständnis zur Anwendung kommen und darf keinesfalls zu einem Schichtbetrieb führen. Denn ein Mehrschichtbetrieb bedeutet vielfach auch  häufiges Pendeln zum Arbeitsplatz und  möglicherweise finanzielle Einbußen.
 
Qualität sichern. Außerdem sollte die Qualität der Ausbildung nicht leiden. Mag zwar sein, dass unter Umständen ein besseres Betreuungsverhältnis gegeben ist, weil dem Fachpersonal außerhalb der Kernarbeitszeit mehr Zeit für die Ausbildung bleibt. Allerdings ist gerade in der Kernarbeitszeit zwischen acht Uhr und dreizehn Uhr der größte Umsatz in den Ambulanzen zu verzeichnen und auf den Stationen werden Visiten abgehalten. Da wie dort ist der Lerneffekt am stärksten.

Weiters muss darauf geachtet werden, dass der notwendige Facharzt-Schlüssel für die in Ausbildung stehenden KollegInnen erhalten bleibt, damit ihnen die Zeit als Ausbildungszeit auch angerechnet werden kann.

Unsere Forderungen:

  • Die Teilzeit soll also nach Ablauf der Probezeit und in Wahlfreiheit sowohl für TurnusärztInnen als auch für die in Ausbildung befindlichen FachärztInnen möglich sein.
  • Es braucht aber dringend das Recht auf Abschluss der Ausbildung in vorgeschriebener Zeit, um nicht zum Lückenbüßer ohne Karrierechancen zu werden.
  • Die Ausbildung muss nach eigenem Wunsch verlängerbar bleiben, wenn sich dadurch eine FA-Ausbildungsstelle ergibt.
    Und die Umsetzung des Turnusärztetätigkeitsprofils (AP7) muss umgehend erfolgen.

Denn wenn Pflegepersonal, StationssekretärInnen und StationsärztInnen gesetzlich vorgeschriebene Arbeiten übernehmen, kann wesentlich mehr an ärztlicher Tätigkeit von TurnusärztInnen auch in der Kernarbeitszeit verrichtet werden.

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