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Sozialdemokratische ÄrztInnen
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Aktuelle Ausgabe
Dr. Marcus Köller Prim. Univ. Prof. Dr. Marcus Köller

Editorial

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

In dieser Ausgabe der Analyse legt die neue Gesundheitsministerin ihre Vorhaben dar. Sabine Oberhauser erklärt, dass sie ihre Kräfte unter anderem dafür verwenden wird, das Gesundheitssystem vor Spar- und Rationalisierungszwängen zu schützen – also vor jenen Gefahren und Tendenzen, die wir bei vermehrter Ökonomisierung der Medizin zunehmend beobachten. Aktive Gesundheitspolitik heißt unserer Ansicht nach, Entscheidungen entsprechend den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten bzw. der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu treffen und nicht vorrangig wirtschaftlichen Zwängen, die durch Fehlentwicklungen in anderen Sektoren entstanden sind, unterzuordnen.

Ein zentrales Anliegen der Bundesministerin ist auch die Gesundheit der Kinder, denn diese sind die Erwachsenen von morgen. Vermehrtes Augenmerk gilt zudem der Gesundheitsförderung und der Vorsorge. Der Zugang der Menschen zu den „Gesundheitsdienstanbietern“ muss ebenso erleichtert werden. Neue Versorgungsmodelle sollten dabei kein Tabu sein. Heutige Strukturen, die ausgezeichnete und ebenso effiziente Leistungen erbringen, dürfen dabei allerdings nicht zerstört werden.

Die EU-Arbeitszeitrichtlinie und das daraus resultierende neue KA-AZG werden neue Dienstzeitmodelle erfordern. Die Rufbereitschaft als Lösung für etwaigen Personalmangel war in Wien immer ein „No-Go“. Offensichtlich gibt es im AKH Wien bzw. an der Medizinischen Universität Wien Überlegungen, eine solche dort einzuführen. Thomas Szekeres stellt klar, warum das aus unserer Sicht nicht infrage kommt. Im Zuge der Neuregelung der Arbeitszeiten wird auch die Frage der Entlohnung zu diskutieren sein, die derzeit sehr zulagenabhängig gestaltet ist. Die Gewerkschaften und Personalvertreter werden sich hier in den kommenden Wochen mit den Dienstgebern in Verhandlungen begeben. Für die Kollegenschaft innerhalb des Wiener KAV werden die Gespräche durch die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten-Kunst, Medien, Sport und freie Berufe (GdG-KMSfB) geführt – vertreten durch Christian Meidlinger, Bernhard Harreither, Gerold Oberhauser (Ärztevertreter in der GdG-KMSfB) und Wolfgang Weismüller (als Vertreter der Ärztekammer). Bei allen intern diskutierten Vorstellungen über das Ausmaß der zu fordernden Gehaltsvorstellungen gilt es hier zu vermeiden, dem Verhandlungsteam durch Zurufe von außen den Spielraum einzuschränken.

Mehr als 20 Jahre haben die Wiener Ärztinnen und Ärzte eine finanzielle Last getragen, um den Wohlfahrtsfonds (WFF) wieder auf sichere Beine zu stellen und die Altlasten zu sanieren. Immer wieder wird versucht, in der Kollegenschaft Gegenteiliges zu verbreiten, deshalb war es an der Zeit, klarzustellen: Der WFF ist saniert und finanziell abgesichert. Es war daher angebracht, einen Teil dieser Last wieder von den Kolleginnen und Kollegen zu nehmen. Nun ist es unter der Führung des jetzigen Präsidenten in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des WWF Michael Gnant gelungen, die Beitragsordnung dahingehend zu reformieren, dass insbesondere Kolleginnen und Kollegen mit geringerem Einkommen entlastet werden. Ziel dabei war es auch, die Beitragsordnung sozial gerechter zu gestalten und – wie von uns schon lange gefordert – eine einkommensabhängige Staffelung der Beiträge einzuführen. Schließlich ist es nach zwei Jahren Verhandlungen zu einem fraktionsübergreifenden Konsens gekommen, der die Handschrift von Thomas Szekeres trägt.

Die Sozialdemokratischen Ärztinnen und Ärzte sind zwar stets zukunftsorientiert, aber wie in jeder Ausgabe erlaubt sich unser hoch geschätzter Ermar Junker auch wieder einen Blick zurück.

Bleibt mir noch, allen Leserinnen und Lesern Vergnügen beim Blättern in dieser Ausgabe zu wünschen.

Herzlichst, euer

Marcus Köller
marcus.koeller@sozdemaerzte.at 

Prim. Univ. Prof. Dr. Marcus Köller
Vorsitzender der sozialdemokratischen ÄrztInnen

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